Sonntag, 29. Januar 2012

696Racing Classics 2010 (Teil 1)

Da ich noch einige bereits geschriebene Berichte verteilt in diversen Foren habe, möchte zukünftig unter der Rubrik "Classics" Stück für Stück diese hier veröffentlichen und somit zentral ablegen.
Den Angang macht mein erster Bericht von der ersten Ausfahrt im Regen auf der 1098.
So fing alles an...


Viel Spass beim Lesen!




Die Regenschlacht von Hockenheim

oder die Erkenntnis:
Im Regen gehts auch (sofern man Regenreifen hat)!

Will mal einen kleinen Erfahrungsbericht zu unserem Saisonauftakt in Hockenhausen geben.

Wir hatten uns zum Ziel gemacht unsere zum Teil neuen Motorräder erstmalig artgerecht zu bewegen und natürlich viel Spass zu haben.



So sah unser Domizil an diesem Tage aus
Schon Tage zuvor hatte sich bei allen bekannten Online-Wetterberichten das schlechte Wetter angekündigt. Und so kam es dann auch. Bei unserer frühen Anreise bestand noch die Hoffnung, dass doch ein paar trockene Runden möglich sind, da die Straßen trocken waren und der Himmel kaum von Wolken bedeckt war.

Auch der Verzehr der ganzen Banane brachte keine wettertechnische Verbesserung
Und kalt war es auch!
Pünktlich zur Fahrerbesprechung kam dann der Regen und der Kauf von Regenreifen nahm Auswüchse an, ähnlich den Kampfaktionen von Hausfrauen im Winterschlussverkauf bei Karstadt. 
Ganz so extrem war es zwar nicht, aber der vor Ort ansässige Reifendienst konnte über mangelnde Arbeit und Umsatz definitiv nicht klagen.

Da meine Duc noch mit Slicks ausgestattet war, begann das Umrüsten, mit der Konsequenz, den ersten Turn nicht antreten zu können. Lediglich Abbo schaffte es sein neues Arbeitsgerät (MV Agusta F4 1000) zu testen und war danach hellauf begeistert von der schicken Italienerin und ihren berechenbaren Manieren.
Für mich ging es wie schon oben geschrieben erst im zweiten Turn los. Never mind, denn mir ging ganz ordentlich die Düse: kaum Motorrad gefahren im neuen Jahr, neues und unbekanntes Motorrad und noch nie im Regen auf der Rennstrecke gefahren. Wollte es aber nicht so handhaben wie unser schweizer Eidgenosse der neben uns im Fahrerlager mit seinem Kathedralen-ähnlichen Wohnmobil stand. Dieser reiste nämlich 4 Stunden aus der Schweiz am Vortag an, um dann seine wie aus dem Ei gepellte Kawasaki ZX- 10 R kurz in den Regen zu stellen, diese dann wieder ins warme Wohnmobil gebracht hatte und dann am frühen Nachmittag ohne gefahrene Kilometer die Heimreise gen Schweiz antrat. Kleine Anekdote hierzu, zurück zu unserem Erfahrungsbericht.

Kurzes Krachen und Piepsen aus dem Funkgerät von dem Herrn am Ende der Boxengasse, Umschalten der Ampel auf Grün und schon spuckte mich die Boxengasse aus auf den nassen Hockenheimring. Erstaunlicherweise fühlte ich mich sofort wohl und zuhause auf der Duc. Zunächst empfand ich das Fahren im Nassen sehr gewöhnungsbedürftig, aber mit jeder Runde stieg das Vertrauen in die Reifen und in die eigenen Fahrkünste. Am Ende des Turns stand dann eine 2:27 auf dem Laptimer mit der ich unter diesen Umständen recht zufrieden war. Auch einige Überholmanöver konnten sowohl in diesem Turn als auch im weiteren Verlauf des Tages gefahren werden. Hierzu eine weitere Anmerkung: Tatsächlich gab es Fahrer die ihre Turns mit handelsüblichen Straßenreifen angetreten sind. Ohne es weiter werten zu wollen, mein Respekt ist diesen Sportskameraden sicher. Hierzu hätte es mir ganz eindeutig an ausreichend männlichen Hormonen gefehlt. 
Leider waren aber auch erwartungsgemäß viele Stürze von sehr schön aufgebauten Motorrädern zu beobachten, wobei hier die Gründe nach meiner Einschätzung manigfaltig waren und nicht unmittelbar auf die falsche Reifenwahl zurück zu führen sind.
Der Rest des Tages war weiterhin geprägt von Nässe und stets guter Laune in den eigenen Reihen. Kurz vor der Mittagspause waren dann annähernd trockene Verhätnisse auf der Strecke, so dass ich dann mit Regenreifen eine 2:13,490 und damit meine beste Runde des Tages fuhr. 




Auch die anderen Cafe436, Abbo und Ralf ließen es ordentlich krachen und konnten sich mit ihren Zeiten stets verbessern und kamen damit immer näher ans physikalische und persönliche Limit. Ausgenommen Ralf, der fuhr aus meiner Sicht eines Neulings wie vom anderen Stern. Bei der Schadensbilanz kamen wir alle bis auf Patrick gut weg, der hatte einen leichten Sturz zu verzeichnen, konnte aber nach Beheben der Schäden (Fussraste und Bremshebel soweit ich in Erinnerung habe) wieder voll am Geschehen teilnehmen.

Fazit:
1. Ich bin doch nicht ganz so sehr ne Regenschwuchtel wie erwartet.
2. Die neuen Ducati´s und BMW`s sind dank TC wie gemacht für Regen.
3. Mein neues Gefährt hat so viel Dampf, dass es fast schon zu viel ist.
4. Ganz wichtig: Wir hatten reichlich Spaß!!!



FEIERABEND für diesen Tag


Dementsprechend freuen wir uns auf unser nächstes Happening am 02.04.10 auf dem Nürburgring. Derzeitig  sieht es so aus, dass wir uns wohl auf ähnliche Verhätnisse einrichten müssen. Will mich aber auf diesem Wege auch nicht beklagen, weil wer in dieser Jahreszeit bucht, muss damit einfach rechnen.

Auf diesem Wege möchte ich mich auch noch mal bei unseren Frauen für ihre gute Betreuung und Flukduc für seine helfenden Hände bedanken.

Bis zum nächsten Bericht.

Bollernde Grüße

Dr. House 

Samstag, 28. Januar 2012

Motorradsport-Freaks wie Du und ich (Teil 1)

Ab und an ist es mein erklärtes Ziel wichtige Menschen aus meinem Motorsportumfeld vorzustellen und näher zu beleuchten. Einige Menschen haben es einfach verdient, dass man von Ihnen als Mensch mehr erfährt.
Dies trifft vor allem auf Menschen zu, die nicht tagtäglich im "Rampenlicht" stehen aber umso mehr für die gemeinsame Zeit unverzichtbar und eine absolute Bereicherung in unserem Leben sind.
Beginnen möchte ich in der Reihe "Motorradsport-Freaks wie Du und ich" mit Wolfgang, aka Cafe436, Hans.
Sein Alter lässt sich nur ganz schwer einschätzen, wohl auch dadurch bedingt, dass er scheinbar aus einer Epoche stammt, von der es keine Zeitzeugen mehr gibt.


Wenn man ihn nach seiner großen Leidenschaft fragt, so ist Ducati  die große Motorrad-Liebe seines Lebens. Die Baureihe 916/996/998 hat es Ihm dabei ganz besonders angetan. Und so ist es selbstredend, dass Cafe selbst eine aufwändig präparierte 998 fährt.

Panzerbrechender Bilck oder ist er noch gar nicht wach?
Derzeitig verleiht er seiner 998 mit einem 1098-Motor ein neues stärker schlagendes Herz.
Wir sind schon alle ganz gespannt auf seinen ersten Rennstreckenbesuch nach dem Umbau.

Cafe gehört ganz klar zu dem Schlag Menschen, der hinfällt, aufsteht und sein Ding weiter macht und sich von nichts unterkriegen lässt. Selbst in Zeiten wo es nicht einfach ist, stellt er sich selbstlos wie er ist, eigenen Bedürfnissen hinten an und hilft seinem Umfeld wo es nur geht.
Mit Cafe habe ich nicht nur in motorradsporttechnischer Sicht einen Seelenverwandten gefunden.
Er lebt und liebt das Leben und hat dabei immer einen Sinn für die unscheinbaren Dinge.

Wenn es um unseren gemeinsamen Sport geht, braucht es nie Überzeugungs-oder Motivationskünste. Sofort ist er bei der Sache.
Bestimmendes Merkmal von Cafe ist seine Affinität zum Fahren bei regennasser Strecke.
Es gibt nichts Schöneres für Ihn. Hier zeigt er aus welchem fahrerischen Holz er tatsächlich geschnitzt ist.

Cafe in seinem Element
Perfekt vorbereitete und ihm anvertraute Motorräder sind für ihn selbstverständlich. Hier überlässt er nichts dem Zufall.

Ganz gewissenhaft am Schrauben
Da es, mal abgesehen vom Fahren im Regen, viele Gemeinsamkeiten zwischen Cafe und mir gibt, ist das Starten auch nicht unbedingt seine Stärke. Dies ist exemplarisch dem u.a.Video zu entnehmen.


Wie viele Menschen seines Alters verweigert er sich bewusst neuen Technologien. Bei Worten wie Tranktionskontrolle, Wheeliekontrolle und Powercommander stellen sich ihm die Nackenhaare.
Er ist halt von der "alten Schule".

Ein ganzer Kerl dank Hopfentee...
Dies ist ein Bild mit Seltenheitswert. Vielmehr widmet sich Cafe als bekennender Liebhaber der italienischen Schöpfung dem roten alkoholhaltigen Traubensaft. So ist dann auch nicht auszuschließen, dass nach exzesszivem Rotweingenuss Bilder wie das nachstehende entstehen.


Auf, neben und ganz weit weg von der Rennstrecke ist es mit Cafe und seiner Emmi schlichtweg angenehm die Zeit zu verbringen. 
Dankbar für das gemeinsam Erlebte freuen wir uns auf viele weitere spannende Saisons mit ihm!





Terminplanung 2012

Ganz langsam kommt Licht ins Dunkel:
Schon recht früh können in diesem Jahr die ersten Termine bestätigt und fest geplant werden.

Für die Langstreckenrennen wird dieses Jahr Ecotec mein fester Teampartner sein. Im Rahmen von freien Kapazitäten wird uns Cafe bei dem ein oder anderen 6h-Rennen verstärken. Inwieweit Abbo uns verstärkt, muss noch geprüft werden.

Hier mal eine Auflistung unserer feststehenden Rennstreckentermine:

24.03.2012 Renntraining Hockenheimring mit Speer
07.-08.04.2012 Renntraining Mettet (Belgien) mit Bikersdays
01.05.2012 1. Lauf Deutsche Seriensportmeisterschaft Nürburgring
08.07.2012 1. Lauf Reinoldus Langstrecken-Cup Nürburgring
22.07.2012 2. Lauf Reinoldus Langstrecken-Cup Nürburgring
11.08.2012 3. Lauf Reinoldus Langstrecken-Cup Bilster Berg Drive Ressort
26.08.2012 4. Lauf Reinoldus Langstrecken-Cup Nürburgring
30.09.2012 5. Lauf Reinoldus Langstrecken-Cup Nürburgring

Alle Rennen des Reinoldus Langstrecken-Cup werden ausgerichtet durch den Dortmunder Motorsport-Club.
Informationen hierzu gibt es entweder auf Do-MC.de oder RL-Cup.de.

Eines ist gewiss: Die Anreise auch für Zuschauer zu einem der fünf Langstreckenrennen lohnt sich immer!

Wir sind gespannt welche Termine unsere Saison 2012 noch ergänzen werden...




HSR Profi Reifenwärmer

Heute morgen erreichten uns geradezu im Beam-Verfahren die neuen Reifenwärmer von HSR.

Diese wurden bei Dinnermoto.de erworben. Faire Preise, super Beratung, schnelle Lieferung sowie ein Top-Produkt waren die ausschlaggebenden Gründe für den Einkauf bei Dinnermoto in Hockenheim.

Nettes Gimmick: Eine individuelle Beschriftung war ohne Aufpreis möglich.



Mit den neuen Reifenwärmern ist es nun möglich, die Temperatur aufs Grad genau einzustellen. Auch Mess-, Kühl- und Heizzyklen können exakt und idividuell eingestellt werden.
Zusätzlich ist mit der Eichung der Temperaturanzeige auf den tatsächlichen Temperaturwert eine weitere Einstelloption verfügbar.

Mein spezieller Dank gilt Frank und Wolfgang Röder von Dinnermoto!

Wir glauben damit eine gute Anschaffung für 2012 getätigt zu haben.

Der Team-Truck

Lange schwebte der Teamführung die Anschaffung eines solch zweckmäßigen Fahrzeuges in den Köpfen.
Vor dem Hintergrund des bevorstehenden Nachwuchs fiel nun aber endgültig die Entscheidung.
Hierzu nahmen wir die das notwendige Übel von 800 zu fahrenden Kilometern in Kauf und führten das neue Gefährt gestern zu später Stunde in heimische Gefilde.


Somit werden wir nun allen Erfordenissen gerecht.
Nachwuchs und Sportgerät haben ordentlich Platz und unser Wohnwagen kann auch mitgeführt werden.

Sobald alle "Sponsoren und Unterstützer" für 2012 feststehen, finden diese auch noch ihren Platz auf unserem neuen Team-Truck.

Sonntag, 22. Januar 2012

Ciao Bella

2. Neurerung für das Jahr 2012:

Im Jahr 2012 werde ich nicht mehr auf Ducati an den Start gehen. Auch wenn die Versuchung hinsichtlich der Anschaffung einer Ducati 1199 Panigale sehr groß war, so fiel die Entscheidung in diesem Jahr auf aprilia.
Da ein entsprechend gutes Angebot für eine 2011er aprilia RSV4 Factory aprc se vorlag, schließt sich hiermit aus geschichtsbedingten Gründen für mich der Kreis. Getreu dem Motto "back to the roots" freue ich mich sowohl bei Seriensportläufen als auch den 6h-Rennen des RL-Cup auf diesem schönen und faszinierenden Motorrad an den Start zu gehen.

Grund genug, um noch einmal einen Blick in die Vergangenheit und die gemeinsame Zeit mit meiner Ducati 1098 zu werfen.

Gekauft wurde die gute Duc bei Moto Mittrach in Zweibrücken. Dort war sie bei Ralf immer in sehr guten Händen. Tauchte nur ein winziges Problemchen auf, Ralf hatte immer und schnell eine Lösung auf Lager.


Das erste mit Ducati 1098 und insgesamt dritte Renntraining für mich überhaupt.
Die Leistung war so heftig, dass ich nicht so recht wusste, wie ich das Motorrad jemals gebändigt bekomme.
Dies sollte sich schneller Einstellen als erwartet. Hierzu brauchte es nur ein weiteres Renntraining und schon waren die 1098 und ich eins.


Lang sollte es auch nicht dauern, bis die Bella und ich unser erstes Rennen bestritten. Mit den 300 Meilen von Hockenheim spulte sie gemeinsam mit mir die ersten Rennkilometer ab.


Hier schon im "neuen" Teamdesign für die 6h-Rennen des Reinoldus-Langstreckencup.
Für diesen Cup hatte die 1098 eine Schwester (Abbo´s Ringgerät).


Da es bekanntlich auch manchmal etwas Schwund gibt, blieben leider auch die ersten Stürze nicht aus.
Besonders ärgerlich, da ich im letzten Saisonrennen gleich zweimal übers Vorderrad rutschte.
Und dennoch schaffte es das Team unmittelbar nach den Rutschern die 1098 in einen fahrbereiten Zustand zu bekommen.

  Abbo beim battledamage-assessment

Nach einer spaßbringenden und lehrreichen Saison 2010 wurde der Entschluss gefasst, die Ducati grundlegend neu aufzubauen.
Hierzu musste die Bella erstmal zerlegt werden.


Danach wurde der Rahmen von seiner ursprünglichen Farbe befreit und in schwarz gepulvert. Auch die Felgen bekamen eine neue Farbe. Dabei wurde auch die Gelegenheit genutzt, den Motor komplett zu reinigen und dem Service zu unterziehen.

Dank Ralf und Abbo ging das Zusammensetzen so schnell, dass ich kaum mit dem Fotografieren hinterher kam.


Für die Saison 2011 entschied ich mich für die schönste Farbe: Ein leuchtend mattes Schwarz.


Hier mal eine kleine Auflistung was im Vergleich zur Serie geändert wurde:
- Rahmen schwarz gepulvert
- Felgen weiss gepulvert
- Poldidom-Rennverkleidung mit großen Carbon-Luftkanälen-
- Fahrwerk komplett überarbeitet durch Hertrampf Racing
- 1198-Kabelbaum mit orig. Ducati Traction Control
- Powercommander V und abgestimmt auf dem Prüfstand bei Schäfer Motorsport
- Tellert CTS-7S Schaltautomat
- Ducati Corse Fussrastenanlage
- Ducati Corse AHK
- Ducati Corse leichtes Schwungrad
- Alu-Heckrahmen
- Gilles-Lenker
- Gilles Kurzhubgasgriff
- STM-Schaltereinheit
- Starlane GPS3-Laptimer
- Termignoni 70mm Komplettanlage
- Concorso Rennsitz
- Ducati-Corse Alu-Tank
- Pazzo Brems-und Kupplungshebel
- Bikefire Lithium-Ionen Akku
- und viele weitere Carbonteile

Viel Geld aber auch sehr viel Herzblut wurde über zwei Jahre in dieses Motorrad investiert. An dieser Stelle auch Dank an Ralf, Cafe und Abbo. Ohne diese Unterstützung wäre all dies so nicht möglich gewesen.
Dementsprechend schwer war dann auch die Entscheidung sich von der Ducati zu trennen.

Und so werde ich die 1098 in Erinnerung behalten:

Mein erster LeMans-Start
Die 1098 und ich im Tiefflug (bei 0:15 Min)


Good Bye Ducati...



Hello aprilia!


In Ihr liegen nun alle Hoffnungen für die Saison 2012. Derzeitig wird die RSV4 noch für die Rennstrecke umgebaut. Ein ausführlicher Umbaubericht folgt.


696Racing

696Racing-Team verpflichtet für 2012 Nachwuchsstars

1. und wichtigste Neuerung für 2012:



- Zweibrücken -


Wie am Montag (07.11.2011) in einer inoffiziellen Pressekonferenz bekannt wurde, wird sich das 696Racing-Team für die Saison 2012 und die Folgejahre mit zwei derzeitig noch unbekannten Nachwuchsstars verstärken. Hierbei ist es Absicht der Teamführung die Fahrer vertraglich sehr lange an das Team zu binden.
Trotz ungeklärter Sponsorenbeiträge zeigte sich Teammitglied Dr. House sehr zuversichtlich hinsichtlich einer langfristigen Verpflichtung.
Auch wenn sich die Teamführung noch nicht 100%ig dazu äußern wollte, so wird unter Kennern der Szene vermutet, dass die Teamverstärkungen vermutlich ab Mai/Juni 2012 zu dem bereits bestehenden Team hinzustoßen werden.
Während der Pressekonferenz war der Teamchefin Frau Dr. House auch zu entnehmen, dass noch viel Arbeit bevorsteht. 
So äußerste Sie sich nämlich, dass nun auch die ganze Peripherie an die neuen Gegebenheiten angepasst werden muss. Dr. House wird sich nun in den folgenden Monaten im Schwerpunkt dem Team-Headquarter und der Anschaffung eines neuen Team-Trucks widmen.
Auch wenn beide Neuverpflichtungen bei diesem Termin anwesend waren, so zeigten sich diese doch sehr wortkarg. Ein Umstand der sich sicherlich ändern wird.

Wir dürfen sehr gespannt sein und freuen uns über weitere Entwicklungen dieses Engagements.


Hier ein Bild der Pressekonferenz:

Die Wette

Irgendwann und irgendwo in einem Anfall von Langeweile philosophierten Abbo und ich darüber wer denn nun der Schnellere von uns beiden ist. Eines war jedem klar, dass es nie und nimmer der Andere sein kann. Während unseres emotional geführten Wortgefechts fiel auf, dass wir bis zu diesem Zeitpunkt nie gegeneinander sondern immer gemeinsam in einem Team gefahren sind. Schnell war der Entschluss gefasst, so etwas muss ausgefahren werden.
Da sich jeder seiner Sache so sicher war, konnte schnell ein passender Termin gefunden werden. Wir entschieden uns für den Seriensportlauf am 27.08.2011 in Hockenheim.
Damit aber nicht genug, um der Sache entsprechende Würze zu verleihen, schlossen Abbo und ich eine entsprechende Wette ab.
Inhalt dieser ist schnell und einfach erklärt:
Der im Sprintrennen ermittelte Langsamere von uns beiden, muss beim nächsten Langstreckenrennen dem Gewinner beim Start das Motorrad halten. Okay, zugegebenermaßen nicht wirklich schlimm. Der Zusatz aber, dass der Verlierer im weltbekannten „Borat-Badeanzug“ das Motorrad des Sieger zu halten hat, machte die Wette ungemein spannend.
Der Wetteinsatz war also immens hoch, sollte aber ja kein Problem darstellen, da man ja sowieso nicht verlieren wird. Dachte jeder von uns beiden.
Neben Schmach für den Verlierer schaffte Abbo in mühevoller Heimarbeit einen weiteren Anreiz. So bastelte er aus ausrangierten Duc-Teilen einen schönen Pokal.
Schließlich sollte der  Sieger nicht  nur mit dem Gefühl des Triumphs nach Hause fahren, sondern auch einen ordentlichen Staubfänger für die heimatliche Vitrine erhalten.

Und so sah das Ganze dann aus:


Die Tage und Wochen vergingen bis zum Showdown und Abbo und ich nutzen die Zeit die Bikes entsprechend dem Reglement zu pimpen und verwandelten unsere mitleidbedürftigen Körper in biologische Hochleistungsmaschinen.
Auch die psychologische Kriegsführung kam hierbei nicht zu kurz. Wir ließen keine Möglichkeit verstreichen, um dem Gegenüber zu vermitteln, dass die Niederlage des Anderen amtlich ist. Ihren Höhepunkt erreichte diese Form des Mobbings dann unter Mithilfe modernster Computer- und Kommunikationstechnik. Da wurden keine Kosten und Mühen gescheut um den Gegner zu demoralisieren. Die wirksameren Mittel hatte hier eindeutig Abbo, da er ganz offensichtlich die Schwelle des Scharms und Anstandes mit der Zusendung dieses Bildes überschritten hat:



Das Bild verfehlte seine Wirkung nicht. Da war mir das erste Mal so richtig bewusst, dass das nunmehr kein Spaß mehr ist sondern bitterer Motorsportkrieg mit all seinen hässlichen Seiten und unmenschlichen Facetten.

Von da an prägte eine sehr oberflächliche und nicht ernstzunehmende Freundlichkeit unser Miteinander. Dass wir dann gemeinsam am Freitag den 26.08.2011 mit Frauen und Sack und Pack nach Hockheim verlegten, war auch als reiner Akt der Höfflichkeit zu verstehen.

Inwieweit mein letzter hilfloser Versuch zur Verunsicherung von Abbo fruchtete, ist bis heute nicht geklärt. Auf dem Weg nach Hockheim sendete ich Ihm eine MMS mit folgenden Worten und dem dazugehörigen Bild:

Abbo Du hast keine Chance. Im Anhänger befindet sich u.a. Wunderwaffe. Meine Duc ist verkauft und habe ich aufgerüstet. Sorry!

Tatsächlich gab es ernsthafte Überlegungen dieses ehrenwerte Streiteisen zu erwerben!

In Hockheim angekommen, stellte Abbo mit großer Erleichterung (meine ich zumindest erkannt zu haben) fest, dass ich unverändert aus dem Anhänger meine 1098 schob.

Der Rest des Abends verlief ereignislos, man speiste gemeinsam und unterhielt sich über belanglose Dinge, aber der innere Seelenzustand war an diesem Abend absolutes Tabuthema.
Im Folgenden ist es auch kein Wunder, dass wir früh ins Bett gingen, um am Folgetag eine Topperformance abliefern zu können.

In Reih und Glied warteten unsere Ducati auf ihren Einsatz 

Auch damit versuchte Abbo mich in meinem Vorhaben zu beirren

Wie in einigen vorherigen Posts schon ganz offensiv geschrieben, bin ich kein Freund des nassen Rennstreckenasphalts. Ganz anders Abbo, deshalb sollte mir das wechselnde Wetter am Renntag noch reichlich Kopfzerbrechen besorgen.
Wie im Seriensport so üblich begann unser Wettkampf zunächst mit der ersten Dauerprüfung. Ziel ist es hier in Addition mit der zweiten Dauerprüfung eine vorgegebene Rundenzahl zu erreichen, um sich somit für das Sprintrennen zu qualifizieren.
Also raus auf die Strecke, Zweikämpfe vermeiden, Reifen weitestgehend schonen und einfach sein Ding abspulen. Da ich ja in allem pure Absicht von Abbo vermutete, konnte ich es nicht so richtig einordnen, dass ich zwischen mir und Abbo einen brauchbaren Abstand einfahren konnte. Dieser aber war natürlich völlig wertlos und somit unterstellte ich ihm einen hinterlistigen Bluff, um mich in Sicherheit zu wiegen. "Du Sack, da musst Du schon früher aufstehen…"
Mit der Dauerprüfung 1 konnten Abbo und ich sowie die anderen Fahrer des Teams weitestgehend fast alle geforderten Runden abspulen. Somit konnte ich der zweiten Dauerprüfung sehr entspannt entgegen sehen. Unmittelbar vor dieser bildeten sich dunkle und tief hängende Wolken über Hockenheim.
"Oh oh, das wird doch nicht … das kann doch gar nicht… warum gerade heute?" und noch viele weitere Gedanken schwirrten mir durch den Kopf als es unmittelbar mit dem Beginn der zweiten Dauerprüfung zu regnen begann. Und da dauerte es dann auch schon nicht lange, dass Abbo, mit dem ich zuvor gemeinsam aufs schwarze Band gefahren bin, gnadelos an mir vorbei hämmerte, und mir damit seine mächtige Regendominanz zeigte.
Zu diesem Zeitpunkt hatte ich aber schon die geforderte Rundenzahl erfüllt und konnte mit den Reifen fürs Trockene wieder die Box ansteuern. Mit dem Einfahren in die Box endete auch schon wieder der Niederschlag. Einzig und allein das bedrohliche Wetterbild blieb.
Bis zu unserem Rennstart sollte die Strecke dann auch wieder abtrocknen.  

An dieser Stelle möchte ich nichts beschönigen oder gar dramatisieren, aber die Phase des Wartens bis zum Rennstart war unerträglich. Das Wetter änderte sich nahezu jede Minute.
Die Frage der Reifenwahl wurde zum reinen Glücksspiel. So entschied ich mich aufgrund der wieder getrockneten Piste auch für die passenden Reifen und beachtete die Regenreifen schlichtweg nicht mehr. Da war wohl auch der Wunsch der Vater des Gedanken.
Und endlich war es soweit, nach vielen "Viel-Glück-Drückern“ von Frau, Eltern und Freunden (Diese wollten schließlich auch wissen wie die Wette endet) wurde die Startaufstellung geöffnet. Gefühlte 696 000 Minuten zu früh wurden die Heizdecken entfernt und ich rollte auf die Strecke. Ich war so unendlich heiß und wollte es einfach hinter mich bringen. Abbo war diesbezüglich um einiges cooler, zu cool wie sich später rausstellte.

Mit Startplatz 16 hatte ich eine soweit ganz vernünftige Ausgangsposition. Begründet in der späteren Anmeldung für das Rennen musste Abbo mit Startplatz 26 Vorlieb nehmen. Das heißt er hätte da stehen sollen, aber im Übereifer und der Absicht mit bestmöglich heißen Reifen in die Startaufstellung zu fahren, pokerten Abbo und Ralf zu hoch und mussten somit aus der Boxengasse starten. Davon bekam ich natürlich gar nichts mit. Nach der Aufwärmrunde wurde dann die endgültige Startaufstellung eingenommen und das komplette Starterfeld wartete nur darauf, dass endlich diese rote Ampel erlischt. Ja, auch mein Plan war es einen schnellstmöglichen Start hinzulegen und so viele Fahrer zwischen Abbo und mich zu bringen. So der Plan, die Realität sah aber ganz anders aus.
Wie mit einer Lähmung versehen, war ich nicht in der Lage mit dem Erlischen der roten Ampel die Duc ins nächste Universum zu katapultieren. Im Gegenteil, rückblickend vermute ich, dass wohl das ganze Starterfeld bis zum Einbiegen auf die Parabolica an mir vorbeizog.
Dass Ralf (hatte auch einen Startplatz hinter mir) ziemlich unmittelbar nach dem Start an mir vorbei fliegen würde, damit war zu rechnen. Aber dass dann auch Abbo beim Einfahren in die Parabolica mich einfach stehen ließ wie den letzten Deppen, damit war so in dieser Form nicht zu rechnen.
Und plötzlich hatte ich wieder dieses gemeine Bild vor Augen. Gepackt an der eigenen Ehre beschloss ich zumindest mal an Abbo dran zu bleiben. Schon bis zum Einfahren der schnellen Rechts ins Motodrom hatte Abbo in der ersten Runde drei Fahrer zwischen uns gebracht. Das war dann auch der ausschlaggebende Grund dafür, dass ich Verstand und alle anderen selbsterhaltenden Triebe für diesen Tag in den Urlaub schickte. "So nicht, nicht mit dem Commander…" Mit dem Rausbeschleunigen aus der Sachs-Kurve hatte ich die drei Störenfriede zwischen uns wieder rechtsmäßig hinter mich gebracht und hatte Abbo´s Hinter in seinem vollen Umfang vor mir. "Aber was machte Abbo da, warum fährt er die Doppel-Rechts vor Start- und Ziel so langsam? Sch…. drauf dann überhole ihn doch außen", sagte ich zu mir und setzte es in die Tat um. Ein gutes Gefühl hatte ich hierbei nicht, auch wenn sich geistig die drei Affen im Kopf lausten und sonst keiner mehr in diesem verzweifelten Schädel zuhause war, vermutete ich auch hier eine Falle von Abbo. Von da an gab es nur noch zwei Gasstellungen und ich suchte mein Heil in der Flucht.
Jede Runde dann das gleiche Spiel: Nach der 180 Grad-Kehre der Parabolica schaute ich rüber in die Parabolica, um zu prüfen wie groß mein Vorsprung auf Abbo war. 


Auf der Flucht

Doch ich konnte ihn nicht sehen und dachte er sitzt mir unmittelbar im Genick. Logische Konsequenz, noch mehr Stoff geben und die Bremspunkte noch später setzen. Dabei überholte ich noch den ein oder anderen Mitstreiter und verzweifelte jede Runde daran, dass ich Abbo einfach nicht sehen konnte. „Der sch… Kerl will mich wohl in der letzten Runde, bestmöglich in der letzten Kurve vollstrecken!? Nix da, nicht mit mir!“ Und während ich das so dachte wurde es immer dunkler über Hockenheim. Eine Flut an Stossgebeten ging von mir gen Himmel, dass doch bitte der Regen erst mit dem Überschreiten der Ziellinie und dem gleichzeitigen Schwenken der  Zielflagge einsetzen soll. Und mit jeder Runde der gespannte Blick nach oben und dem gleichzeitigen Countdown der Rundezahl war ich mir immer mehr meines Erfolges sicher.
Fünf…vier…drei…zwei…eins… Ich hatte es geschafft. Was habe ich mit dem Überschreiten der Ziellinie meinen Helm vor Freude voll gebrüllt. Unsagbar große Erleichterung machte sich bereit. Und noch auf dem Motorrad in der Auslaufrunde sitzend, verpflichtete ich mich selbst nie wieder so bescheuerte Wetten abzuschließen… Nie wieder! Versprochen!
Verrückt und glücklich zugleich war auch der Umstand, dass mit dem Abstellen des Motorrades im Parc Fermè ein fürchterliches Unwetter begann.
Ach ja, Abbo und mich trennten dann komfortable 35 Sekunden. Rückblickend mit diesem Wissen hätte ich mir natürlich nicht so einen Stress auf der Strecke gemacht… :-)
In der Endplatzierung belegte ich den 21. Platz.

Hat einen treuen und guten Dienst an dem für mich so wichtigen Tag geleistet

Abbo zeigte sich als fairer Verlierer und überreichte mir beim abendlichen Grillen den von ihm gefertigten Pokal. Da war er endlich, mein erster Pokal!
Den anderen Teil hatte Abbo auch nicht vergessen.
Sportsmann wie er ist, kündigte Abbo das Einlösen der Wette im Jahr 2012 bei einem der 6h-Rennen vom DMC an.

Was ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste, dass aufgrund eines technischen Defekts an der 1098, dies mein letztes Rennen im Jahr 2011 darstellen sollte.
Egal, von diesem Rennen und dem damit verbundenen Gefühl konnte ich sehr lange zehren.   


Auch wenn durch Hauskauf und andere Verpflichtungen die Saison 2011 eine nicht geplanten Kurs eingeschlagen hat, so bleibt mir diese dennoch sehr positiv in Erinnerung. Wir hatten viel Spaß, lernten neue Strecken und Menschen kennen und konnten immerwieder aus eigener Kraft den Heimweg antreten.

2012 geht’s mit einigen Überraschungen und Neuerungen weiter…  


696Racing