Samstag, 25. Februar 2012

Kleine Schritte nach vorn...

... da nach und nach einige Teile nun eintrudeln. Es konnte endlich wieder an der RSV4 weitergearbeitet werden.

Diese Woche kam der neue Lenkerschalter und wurde an den Kabelbaum angeschlossen, so dass auch das Dashboard wieder seinen Platz an das Motorrad fand.
Auch die GPS-Antenne konnte an die Elektronik der aprilia angeschlossen werden, damit ist zukünftig kein Laptimer mehr erforderlich.
Mein Dank gilt hier insbesondere Herrn Engel von Starlane Germany .


Da nun auch die Motorradfrage für 2012 endgültig geklärt ist, wurde heute die Kombi nach der Änderung abgeholt.

Das ist Teamwork: Lilly überzeugt sich von der Qualität der Arbeit
Ach ja, fast vergessen:
Die Regenschuhe haben diese Woche auch ihren Weg zu uns gefunden.


Wie Ihr seht, biegen wir auf die Zielgerade ein...

Mittwoch, 22. Februar 2012

Lenkerschalter für die RSV4 eingetroffen

Heute ist der Lenkerschalter für die aprilia aus Italien eingetroffen.

Mille Grazie an Flyhammer aus "Bella Italia".


Und wieder kann es ein Stückchen mit dem Aufbau der aprilia RSV4 weitergehen.

Sonntag, 19. Februar 2012

Ducati 1199 Panigale Premiere bei Moto Mittrach am 25.02.2012

Auch wenn ich mich zunächst für eine aprilia RSV4 entschieden habe und damit auch die Saison 2012 bestreiten werde, lasse ich es mir nicht nehmen das Motorrad des Jahres 2012 näher anzuschauen.

Bei Moto Mittrach in Zweibrücken kann am 25.02.2012 ab 10 Uhr bis 21 Uhr die neue Ducati 1199 Panigale in der S-Version ausgiebigst betrachtet werden.
So wie ich das Team von Moto Mittrach kenne, wird auch das leibliche Wohl neben den unzähligen Benzingesprächen nicht zu kurz kommen.

Mehr Infos gibt es hier:
http://blog.motomittrach.de/2011/12/saisoneroffnung-25-02-2012-1199-panigale/

Hier ein kleiner Vorgeschmack:




Würde mich freuen Euch mal wieder bei einer Tasse Bier zu sehen...


Beste Grüße

696Racing Classics 2010 (Teil 5)

Teil 5 und letzter Teil der Classics,
und da hat es mich mal richtig fies entschärft...
Rückblickend aber eine gute Erfahrung!


2. Lauf DMC 6 Stundenrennen Nürburgring am 04.07.2010

“Alter schützt vor Geschwindigkeit nicht!“ oder
“Die Auferstehung des Alteisens!“

So oder so ungefähr lässt sich am besten unser sehr ereignisreiches(zumindest abseits der Strecke) Raceevent am 04.07.2010 auf dem Nürburgring beschreiben.
Für den 2. Lauf der DMC 6 Stundenrennen gab es für die Teams von Moto Mittrach Racing 1 und 2 personelle Änderungen. So waren Lutz und Abbo an diesem Wochenende nicht dabei.
Demnach mussten diese Teams mit je zwei Fahrern an den Start gehen.
Bei Team Wilder Strauss blieb alles beim alten,  Alex und Max stellten sich der Herausforderung unverändert zu zweit. Soweit zur Ausgangssituation.
Da ich am Abend zuvor noch auf einer Hochzeit war, ist es mir nicht möglich über das vorabendliche Grillen zu berichten. Es ist aber davon auszugehen, dass sich das Team mit reichlich Steaks, Würstchen und dem notwendigen Übel namens Salat gut gehen ließ.
Meine Anreise erfolgte mitten in der Nacht, so dass ich gegen 3.30 Uhr im Fahrerlager angekommen die Augen im Auto schließen konnte. Dankenswerterweise nahm Ralf meine Bella mit zum Ring und Cafe kümmerte sich für mich um Abnahme und Anmeldung. Dies senkte den Stressfaktor ungemein.
Da es in den frühen Morgenstunden zu regnen begann, zeigte sich die Eifel von ihrer bekannten Seite. Der Regen brachte nämlich nicht die erhoffte Abkühlung, ganz im Gegenteil, dichter und äußerst warmer Nebel umhüllte das Feld der Ehre. Mit einer Sichtweite von ca. zehn Motorradlängen musste das erste Zeittraining ausfallen.



Im weiteren Verlauf des Morgens wurde die Sicht zunehmend besser und mit dem zweiten Zeittraining konnte das erste Kräftemessen bei nassen Bedingungen beginnen. Als ausgewiesene Regenschwuchtel überließ ich es Cafe uns bei der Vergabe um die Startplätze zu vertreten. Schnell waren die Regenschuhe bei Cafe`s Alteisen aufgezogen und Cafe machte sich auf zur Mission “Regenwunder“. Was dann folgte, lässt sich bis heute nur ganz schwer beschreiben.
Da auch bei diesem Rennen das Teilnehmerfeld sehr groß war, rechneten wir uns eine Position im gesicherten Mittelfeld aus. Aufgrund der Bereifung meiner Bella konnte ich die Qualifikation ziemlich entspannt am Zeitenmonitor verfolgen. Entsprechend unserer Erwartungen suchte ich Cafe auf Seite 2 des Zeitenmonitors. Doch da war er nicht zu finden. „Ok, was soll`s, Startposition bei nem Langstreckenrennen ist sowieso nicht so wichtig“ murmelte ich vor mich hin, während ich Cafe im letzten Drittel des Starterfeldes suchte. „Mist, da ist er ja auch nicht! Der wird doch nicht gestürzt sein?“, kaum fertig gedacht, überquerte Cafe die Start/Ziel Linie. Auch wenn ich es für völlig abwegig hielt, suchte ich Cafe auf Seite 1 von unten nach oben. Beschreiben kann ich es nicht, aber ich muss geschaut haben wie ein Buschmensch beim ersten Schneefall, als ich unsere Namen nach Ablauf der Hälfte der Qualifikation im Ranking auf Position 9 wiederfand. Auch heftiges Reiben der Augen half nix. Da stand es, dargestellt von wunderschönen gelben Pixel auf schwarzem Hintergrund: Pos 9 Hans/ Hauß!!! Ungefähr zwei Minuten vor Ende der Qualifikation wurden wir dann auf Platz 13 durchgereicht. Platz 13? Noch immer ein sensationelles Ergebnis.
Acht Sekunden bevor die Qualifikation durch leidenschaftliches Flaggenschwenken beendet wurde, schaffte es Cafe noch einmal auf eine gewertete Runde herzubrennen. Jetzt folgten spannende 2:30 Min. Ungeduldig, schlimmer wie kleine Kinder die auf`s Christkind warten, standen wir an der Boxengasse und erwarteten die letzte gewertete Runde von Cafe.
Dumpf und laut bollernd knallt Cafe mit seinem Alteisen aus der Coca-Cola, beschleunigt die Gänge aus und überquert so ziemlich als Letzter die S/Z Linie. Bääääääääm!
Hans/ Hauß Position 7! Aus, aus, aus, die Qualifikation ist aus! Cafe ist Siebter!
Die Sensation war perfekt. Cafe schaffte das Unmögliche. Mit sehr viel Leidenschaft, Erfahrung und abnehmenden Verkehr auf der Strecke parkte er seine Ducati 996 auf Platz 7.
Wow, Cafe, das war wirklich spitze. Und das in Deinem Alter!
Ralf fuhr für Team 1 Startplatz 11 raus und Team Wilder Strauß beendete die Quali auf Platz 45.

In der Box angekommen, galt es keine Zeit zu verlieren. Cafe´s Duc wurde zügig für den Start vorbereit.
Als dann der Feuerball rauskam trocknete der Asphalt wie auf  Knopfdruck rechtzeitig zum Start des Rennens ab. Beim Einnehmen der Startposition muss wohl (auch wenn es Cafe´s Verdienst war) mein Gang so aufrecht wie selten gewesen sein. Und irgendwie, die Luft da vorne unter den Top Ten ist ganz anders. Was für eine herrliche Perspektive!



So, genug geschwärmt! Jetzt zur Trendwende des Tages: So gut wie die Qualifikation verlief, so bescheiden verlief der Start und der Rest des Rennens. Warum auch immer, fast 50 Plätze gingen beim Start verloren.
Im folgenden fuhr Cafe konstant seinen Turn zu Ende bis er den Transponder an mich übergab. Mit neuen Reifen war ich in den ersten Runden zu verhaltener Fahrweise verpflichtet, aber so recht fühlte ich mich nicht wohl auf der Bella. Zu sehr setzte mir trotz ungezügeltem Konsum von Wasser und isotonischen Getränken im Vorfeld die Hitze zu. Wie Flasche leer drehte ich meine Runden und kämpfte am körperlichen Limit von Position zu Position, dachte ich zumindest. Nach 30 Minuten Fahrzeit wurde mir signalisert doch freundlicherweise die Box aufzusuchen. Ahnungslos folgte ich natürlich der Forderung meines Teams. In der Boxengasse angekommen, wurde der Transponder  mit den Worten „Die letzten 30 Minuten waren für die Katz, der Transponder hat nicht funktioniert!“ ausgetauscht und ich wieder auf die Strecke geschickt. Völlig ausgelutscht machte ich mich wieder auf den Weg den Rückstand erneut aufzuholen. Nach weiteren 15 Minuten steuerte ich erneut die Box an, aber nicht wegen leuchtender Spritlampe im Cockpit sondern wegen absoluter Kraftlosigkeit und Übelkeit. Ein Weiterfahren konnte ich ab diesem Zeitpunkt nicht mehr mir und den anderen Fahrern gegenüber verantworten. Unglaublich wie schnell man einen Doppel D-Ring Helmverschluss öffnen kann. Rekordverdächtig steuerte ich, in der Box angekommen, die Toiletten auf. Dann kam der große Hammer! Es war einfach nur noch zum Kotzen. Totalausfall nach Turn 1. Cafe zog zwar anständig wie er ist noch seine Runden aber an ein ernsthaftes Weiterfahren war aufgrund der 2er Besetzung nicht mehr zu denken.
Auch wenn man noch so sehr will, aber es gibt Momente im Leben da muss man seine Grenzen anerkennen. Im weiteren Verlauf des Mittags ging es mir zwar zunehmend besser, aber da war der Drops schon längst gelutscht. Um für mich an diesem Tag den Frieden mit diesem Rennen zu schließen, raffte ich mich noch mal auf und nahm den Asphalt der Rennstrecke erneut unter die Räder. Und siehe da, die Zeiten purzelten und es stellte sich wieder so etwas wie Spaß ein. Nach einem heftigen Rutscher bei 250 (zufälliger Blick aufs Dashboard) in der Hatzenbach wollte ich dann mein Glück auch nicht weiter herausfordern. Nach einem Nickerchen auf den Klappstühlen in der Box wurde das Abschneiden der anderen zwei Teams von der Boxenmauer aus verfolgt. Irgendwie ein Scheißgefühl.



Nach 6 Stunden war es soweit. Der zweite Lauf fand ein sehr spannendes Ende, lediglich 7 Sekunden trennten das Siegerteam nach 160 absolvierten Runden vom Zweitplatzierten. Respekt! Meine Anerkennung gilt aber auch all denen die diese Hitzeschlacht gemeistert haben.
Abgesehen von Team 2 fällt die interne Teambilanz auch sehr positiv aus.
Für Ralf und Hagen hat sich die Anschaffung größerer Tanks bereits im in diesem Rennen ausgezahlt. Entgegen zum ersten Lauf am 13.06.10 waren die beiden nicht gezwungen unmittelbar vor Rennende einen Boxenstopp einzulegen. Mit 30 Sekunden Vorsprung auf den Platz 7 konnte Team 1 das Rennen als Sechster abschließen. Auch für Alex und Max  war Platz 43 in der Gesamtwertung durchaus positiv und konnten damit die ersten Punkte in dieser Saison einfahren.

Absoluter Höhepunkt des Tages im negativen Sinne stellte der Hubschrauberflug nach Koblenz unseres kleinsten Teammitgliedes Carl dar. Inzwischen geht es ihm soweit gut, zeigt jedem stolz sein großes Pflaster auf der Brust und stellt schon wieder reichlich an. Gott sei Dank!
Mit dieser letzten Probe der Nervenkostüme aller Beteiligten fand dann ein sehr ereignisreicher Tag sein Ende.

Auch wenn dieser Tag aus persönlicher Sicht eher suboptimal verlief, ist die Freude aufs nächste Rennen am 01.08.2010 unverändert sehr groß. Mit etwas zeitlichem Abstand betrachtet, war auch diese Art der Erfahrung in meiner noch jungen Motorsportkarriere sehr wertvoll.
   
Wir sehen uns am Ring...

         
Grüße
Dr. House



Dienstag, 7. Februar 2012

696Racing Classics 2010 (Teil 4)

Das erste 6h-Rennen auf dem Nürburgring. Von da an war ich endgültig der Leidenschaft Rennen zu fahren verfallen...



1. Lauf DMC 6 Stundenrennen Nürburgring am 13.06.2010

Ich sollte recht behalten! Die zwei Wochen nach den 300 Meilen von Hockenheim vergingen wie im Flug und ehe ich mich richtig mental vorbereiten konnte, stand unser erstes Meisterschaftsrennen vor der Tür. Gott sei Dank!
In meinem Falle von Routine zu sprechen ist sicherlich zu viel des Guten, aber gewisse Parallelen waren im Rahmen der Vorbereitung zum letzten Rennen durchaus zu erkennen. So wurden die Motorräder im üblichen Umfang für diese Belastungsprobe in den vorausgehenden Tagen vorbereitet.
Mit den Erfahrungen von Hockenheim machten wir (die Mittis, Abbos, Dr. Housis) uns Samstags und nicht zu früh auf den Weg zum Nürburgring. Dort angekommen, mussten wir uns zunächst Platz vor der Box verschaffen (also gleiches Chaos wie in Hockenheim). Wild abgestellte Transporter und Wohnmobile deren Besitzer nicht zu finden waren, erschwerten das zügige Beziehen der Box.
Anyway! Lutz, Max, Hagen und ihre besseren Hälften begrüßten uns erst einmal und regelten mit uns die ordentliche Parkordnung vor der Box. Family Wilden kam nach einer Begegnung der besonderen Art mit unseren Gesetzeshütern etwas später im Fahrerlager an.
Selbstredend, dass nach Aufbau unserer Betreuungseinrichtung das obligatorische Grillgut nicht fehlen durfte. Neben Bratwurst, Steak und Salat fand auch die technische Abnahme noch unsere Aufmerksamkeit. Eine Hürde stellte diese für die Moppeds jedoch nicht dar. Auch unsere bunt angemalten Eierschalen wurden von den technischen Kommissaren für gut befunden und konnten am darauffolgenden Tag unsere doch so empfindlichen und wertvollen Köpfe schützen.


Warum auch immer, unmittelbar nach Einnehmen einer waagrechten Position im Wohnwagen kam auch schon das Sandmännchen und würgte mich, hinterlistig wie es war, von hinten bis ich im Reich der Träume mit überlegenen Moto-GP Siegen gegen Lorenzo, Pedrosa und die restlichen Banditen die Ducati-Ehre wieder herstellte. Ob Hagen`s leckerer Rotwein wohl daran Schuld hatte? Wohl kaum.
Wo war die Aufregung? Wo die tausend Fragen? Und wo waren die Zweifel?
Hatte sich das unschlagbare Gefühl von Hockenheim verflüchtigt?
Bin ich bereits ein alter Hase im Racing-Geschäft? (Gelächter... Nicht wenn man so kurz vor seinem erst 6. Rennstreckenaufenthalt überhaupt steht!)
Wie sich zeigen sollte, war die Ruhe tatsächlich und ausschließlich in der Müdigkeit begründet.
Und kaum waren die verpennten Augen offen, waren sie wieder da, die Fragen, die innere Unruhe und die unsagbar große Vorfreude aufs Heizen.
Naturgemäß fiel mein Frühstück sehr übersichtlich aus. Energieriegel, Banane und ne blau-silberne Dose Kaltgetränk aus einer Alpenrepublik sollten reichen. Mehr hätte mein Körper in meinem psychischen Ausnahmezustand sowieso nicht akzeptiert.
Der “liebe Gott“ muss ein Motorsportfan sein! So viel ist sicher.
Denn anders waren die perfekten Witterungsverhältnisse nicht zu erklären. Sonnig, wenig Wolken, gemäßigte Temperaturen um die 18 Grad + ermöglichten unbeschwertes Fahren bei perfekten Bedingungen und degradierten die Regenreifen für den Rest des Tages zu Statisten.

Als Veränderung zu Hockenheim war zusätzlich Cafe mit am Start des 90kg Teams (inzwischen mit Tendenz zu 100kg Team), so dass wir uns die 6h zu dritt aufteilen konnten. Einig in unserem weiteren Vorgehen beschlossen wir die ersten 30 Minuten des Trainings zum Einfahren unserer neuen Reifen zu nutzen. Zu 66% ging dieser Plan auch auf, für Cafe reichte die Zeit nicht mehr. Auf die gefahrenen Zeiten des Trainings muss nicht weiter eingegangen werden. Berühmt waren diese nämlich nicht.
Um Cafe ebenfalls die Möglichkeit zu geben mit dem Ring warm zu werden, begann er für uns die Qualifikation. Diesmal gelang es uns, jeden in der Qualifikation auf die Strecke zu schicken. Auch hier war nur ein Einrollen möglich. Startplatz 51 war das Resultat unserer Taktik.


"Mmmmmhhhhhhh, Startplatz 51, gar nicht mal so gut!"
Für uns jedoch kein Grund zur Sorge wie sich auch rückblickend zeigen sollte. Für Max und Alex lief es ähnlich suboptimal und sie mussten sich mit Startplatz 55 zufrieden geben. Am anderen Ende der Startaufstellung nahmen Ralf, Hagen und Lutz ihre Position ein und waren mit ihrem 7. Platz voll bei der Musik.
Da Cafe sich in einem Lebensabschnitt befindet in dem man Männern Ausgeglichenheit, Ruhe und Vernunft nachsagt, war die Frage nach dem Startfahrer schnell beantwortet.
Mit dem Bewusstsein noch 6 Stunden vor sich zu haben, zeigte Cafe ab dem Start weg eine absolut solide Leistung und konnte uns nach dem Start bis zur Übergabe an mich auf Platz 38 vorfahren.

Well prepared führte uns Cafe, die in Fleisch gewordene Ruhe, auf den rechten Weg
Ähnlich gut  verlief es dann in meinem Turn und weitere 10 Plätze konnten gewonnen werden. In diesen Platzierungssphären war es zunehmend kraftraubender und fahrerisch anspruchsvoller in der Tabelle des Zeitenmonitors nach oben zu klettern. Im weiteren Verlauf schafften wir es dann auch zeitweise Platz 22 zu belegen. Somit verlief das Rennen eigentlich besser als wir erwarten konnten. Dass die 300 Meilen von Hockenheim eine lohnenswerte Veranstaltung waren, spiegelte sich in den reibungslosen Transponderübergaben wieder. Und ich wiederhole mich gerne: Murrat und Kai haben auch an jenem Tag wieder eine astreine Leistung abgeliefert.

Danke Jungs!
Leider begannen sich dann die “Showstopper“ einzuschleichen. Da der Tank von Cafe`s Bella  undicht war, zog er ab seinem 2. Turn ständig mit dem Duft einer Tankstelle im Helm seine Runden. Zur Hälfte des Rennens biss Cafe völlig blass und entkräftet auf die Zähne und beendete tapfer seinen Turn. Cafe gab alles und holte alles aus sich raus. Fast alles zumindest, aber viel fehlte nicht bis zur völligen Flutung seine Helmes mit leckeren Begleitern des Frühstücks inmitten der Dunlop-Kehre. Schon allein deshalb ist es wohl ratsam einen Wechselhelm zu besitzen. Leider mussten wir zumindest auf der Strecke für den Rest des Rennens auf Cafe verzichten. Geil gefightet Cafe!

Murrat: "He Kollege! Wenn Du jetzt ned ziehst an de Scheißndreckkabel, dann kommst Du ned rein!"

Während meinem dritten Turn begann auch mich das Pech zu begleiten. Ende Start/Ziel in der Bremsphase verlor mein linker Fuss völlig den Halt. Was war passiert? Kurzer Blick zum Fuss und die Antwort auf mein Problem war schnell gefunden. Zerstörerisch veranlagte Wesen machten sich wohl einen Spass daraus meine Fussraste zu lösen. Sauerei! Sabotage!
Zu diesem Zeitpunkt war ich erst 7 Runden unterwegs und niemand würde mit meiner raschen Rückkehr rechnen. Deshalb parkte ich meinen linken Fuss auf den Stummel der Raste oder was auch immer da noch übrig war und fuhr diese Runde noch zu Ende, um dem Team meine baldige Wiederkehr anzukündigen. Jetzt ist mir auch klar woher der Begriff kommt: “Macht nen schlanken Fuss!“ Der Nettozeitverlust hielt sich dann doch in Grenzen, auch wenn die zwei Runden ohne Fussraste keine 2:16er Zeiten hervorbringen konnten.

Auch hier hätte das Rennen für mich ganz schnell zu Ende sein können. Glück gehört halt auch dazu!
Die restlichen Minuten und  Stunden verliefen dann wieder nach Plan.
Abbo war die Bank und der Fels in der Brandung in Personalunion an diesem Tag. Zuverlässig und ohne Aufreger fuhr er sein Rennen. So war er es der nach 6 Stunden mit schwarzweis-karierter Flagge abgewunken wurde und unser Team abschließend in der Gesamtwertung auf Platz 26 und in Klasse 1 auf Platz 16 brachte.

Zusammenfassend betrachtet verlief dieses Rennen außerordentlich gut. Gemessen an dem was bei anderen Teams zu beobachten war, kamen wir richtig gut davon. Eine verlorene Fussraste ist sicherlich zu verschmerzen und fällt unter den Bereich des Schwundes.
Persönlich kann ich mit meiner besten Runde einer 2:16,2xx Min recht zufrieden sein, zumal mein erklärtes Ziel die 2:20,xxx Min an diesem Tag zu knacken weit übertroffen wurde.
Aber alles nur zweitrangig, denn das Team und das sturzfreie Ankommen genießen höchste Priorität.
Und endlich , alle, wirklich alle Fahrer unseres Teams konnten diesen Tag ohne Sturz beenden.
Bevor ich es vergesse: An dieser Stelle wünsche ich allen gestürzten Fahrern gute Besserung und baldiges Kringelfahren. Besonders dem Mitstreiter der zu Beginn des Rennens in der Hatzenbach stürzte, gilt mein Genesungswunsch. Das sah richtig übel aus und die Unfallstelle glich einem Schlachtfeld.
Dass unser “Siegerteam“ einen sehr ordentlichen Tag erwischt hatte, darf natürlich nicht in Vergessenheit geraten. 10 Runden vor Schluss lag Moto Mittrach Racing Team 1 noch auf Platz 4 in der Gesamtwertung. Der Inhalt des Tankes war letztendlich der limitierende Faktor, der das Team zu einem weiteren Fahrerwechsel zwang. Sowohl 6. Platz in der Gesamtwertung als auch in Kasse 1 lautete das endgültige mehr als respektable Ergebnis dieser schnellen Zynder.
Team Wilder Strauss konnte ebenfalls das ernüchternde Ergebnis der Qualifikation nach den 6 Stunden des Rennens in ein weitaus besseres Licht rücken. Platz 41 in der Gesamtwertung und 26 in Klasse 1 bescheinigte die Ergebnisliste des Veranstalters.

Feierabendbier! Das haben wir uns verdient!
Nach der Siegerehrung begann die Flucht aller Beteiligten, um zeitgerecht das Spiel unserer Nationalmannschaft verfolgen zu können. Das Fahrerlager vereinsamte ziemlich schnell.
Gerüchten zufolge soll es Teilnehmer dieser Rennveranstaltung gegeben haben, die rekordverdächtig den Wohnwagen beladen, dann lebensverneinend das Gespann über rheinland-pfälzisch/saarländische Autobahnen getrieben haben, um abschließend zuhause auf dem Sofa in Halbzeit 2 einzuschlafen. Sachen gibt`s...

Tja, was gibt es noch zu berichten? Habe ich schon erwähnt, dass es ne geile Veranstaltung war?
Ja, und ich gebe zu, spätestens seit diesem Rennen ein Motorsportjunkie zu sein.
Und ja, ich gelobe keine Besserung! Denn so darf, kann und muss es weiter gehen.
Am 04.07.2010 wird diese Geschichte durch ein weiteres Kapitel fortgeschrieben.
Ich bin gespannt!


Grüße
Dr. House








Samstag, 4. Februar 2012

696Racing Classics 2010 (Teil 3)

Mein erstes Rennen, mehr muss nicht gesagt werden.
So ziemlich jeder Hobbyrennfahrer kann sich an sein erstes Rennen erinnern und wird es nie vergessen...


Die 300 Meilen von Hockenheim am 31.05.2010:


Es ist mal wieder an der Zeit Euch über die Aktivitäten des Moto Mittrach Racing Team zu berichten. Der Startschuss in die Rennsaison 2010 ist mit dem 31.05. endgültig gefallen.


Für meine Verhältnisse ungewohnt bin ich erst jetzt, einige Tage nach dem Rennen, in der Lage das Erlebte und damit verbunden die vielen Eindrücke niederzuschreiben. Zu groß war die Reizüberflutung.
Eines vorweg: Rennenfahren ist auf jeden Fall eine Bereicherung meines Lebens. 
Nun zum Ausgangspunkt dieses Berichtes:


Nur noch wenige Tage bis zur Generalprobe für die 6h-Rennen vom DMC. Kurzfristig und spontan hat sich das Team im April für die Teilnahme an den 300 Meilen von Hockenheim entschieden. Auch Mitti musste an seinem Geburtstag nicht lange von der Teilnahme überzeugt werden. 
Aber bis es soweit war, musste am Samstag den 29.05.noch reichlich bei Mitti in der Werkstatt geschraubt und gebohrt werden. Da wurden neue Reifen aufgezogen, die Übersetzung verändert, die Bremsbeläge getauscht und auch nicht wenig zeitraubend wurde Franzi`s neuer Liebling, nämlich unser Deseo für den Transport der Duc vorbereitet. Wie sich später rausstellen sollte, wurden alle Ösen von Abbo und Mitti ordentlich verbaut, so dass die Duc ohne Blessuren in Hockenheim ankam. Noch am selben Tag kam auch das Gemütliche nicht zu kurz. So stimmten wir uns beim zünftigen Grillen in Abbo`s Garten auf das Rennen ein und strengten unsere Köpfe an die bestmögliche Strategie fürs Rennen zu finden. 
Keine 24 Stunden später befanden wir uns schon auf dem Weg in die Kurpfalz. 
Bei unserer Ankunft waren auch schon die restlichen Teammitglieder vor Ort und kümmerten sich um die Belegung und Einrichtung unserer Box.


Die Akteure an diesem Tag:
Moto Mittrach Racing 1:  Ralf Mittrach und Andy Hoffman
Moto Mittrach Racing 2:  Jens Arbogast und Rüdiger Hauß
ML-Racing   :  Martin Magold und Ralf Leh 
Wilder Strauß:  Alexander Wilden und Martin Strauß 
     
Die Bellas im Trockenen
Nachdem dann sämtliche Motorräder in der Box standen, der letzte Wohnwagen seinen Platz gefunden hatte, 
konnte mit dem gemeinsamen Futtern begonnen werden. Keine Angst, dieser Bericht bekommt nicht den Zusatztitel „Das große Fressen“ sondern es wurde auch am Montag ernsthafter Sport betrieben. 

Gemütlicher Teil des Abends
Montag ist ne prima Überleitung zu meinem nächsten Gedanken. Zunächst dachte ich, dass mit dem Montag den 31.05. der Veranstalter einen ziemlich ungünstigen Termin gewählt hatte. Aber als ich dann Sonntags so viele Teams mit Anhang sah, war ich doch stark beeindruckt. Und selbst Montag in der Früh trudelten noch die letzten Teilnehmer für das Rennen im Fahrerlager ein. RESPEKT!

Zurück zum Sonntag:
An dieser Stelle auch gleich mal ein großes Lob an unsere Frauen. Wir wurden fürstlich betreut und kulinarisch fehlte es an nichts. Von daher war durchaus zu befürchten, dass wir am nächsten Morgen nicht mehr in unsere Kombi`s passen. Da wir alle fit für den folgenden Tag sein wollten, gingen doch recht früh nach einem Verdauungs-Pfeffi die Lichter aus. Zumindest in der Box. Für mich nicht. Zu groß war die Aufregung vor dem ersten Rennen. Fragen über Fragen gingen mir da durch den Kopf. Wie wird das Wetter? Kann das Tempo halbwegs mitgegangen werden? Hält das Mopped? Reicht die körperliche Fitness aus? Und vor allem, werde ich am folgenden Tag zum Hochwassereinsatz am Hockenheimring einberufen, denn so stark regnete es in dieser Nacht.

Die Antwort sollte der nächste Morgen bringen...
Punkt 5.30 Uhr war es vorbei mit der Nachtruhe. Mit mir inbegriffen wandelten dann auch schon die ersten Halbtoten durchs Fahrerlager und man grüßte sich reflexartig auf dem Weg zur Toilette mit einem „Mrgn!“
Unverändert fiel jede Menge Wasser vom Himmel und so waren wir gezwungen die Regenreifen aufzuziehen. Dann das übliche Prozedere mit der Fahrerbesprechung und der Einweisung in das Startverfahren. Ich denke es ist nachvollziehbar, dass sich meine Lust auf mein erstes Rennen im Regen in Grenzen hielt. Alles Jammern und Nörgeln half nichts, ziemlich pünktlich fand ich mich bei nassen Bedingungen auf der Strecke wieder. 


Abbo: "So wie eben auf dem Klo musst Du da draußen alles geben!"
Weg war sie, die Aufregung. Demnach spulte ich fix ein paar Runden ab. In der letzten Runde jedoch, warum auch immer, brach dann eingangs Motodrom das Hinterrad der Duc aus, ich richtete die Diva auf um einen Sturz zu vermeiden und beendete meinen Teil der Qualifikation mit einer kurzen Moto Cross-Einlage durch das Kiesbett (mit einer Multistrada hätte diese Einlage bestimmt entspannter ausgesehen). So hatte Abbo die Chance uns in der Startaufstellung weiter nach vorne zu bringen, wenn auch der Startplatz bei einem Langstreckenrennen eher zweitrangig ist. Nach 30 Minuten war dann Schluss und der dieAusdruck über die gefahrenen Rundenzeiten sollte dann die Wahrheit zu Tage bringen und Reihenfolge beim Start festlegen. 
Blondes war als erste im Bilde und verkündete Freude strahlend die Ergebnisse. Mitti und Andy Hoffmann auf zwei, Lenßen und Ralf Leh auf drei und ich sah mich schon am Ende des Tages ohne Haupthaar.
Im Spass hatten Abbo und ich ne Wette abgeschlossen, dass wenn wir dieses Jahr tatsächlich ein Rennen unter den ersten Fünf beenden sollten, färbt Abbo sich die Haare rot und ich lasse mir ne Glatze schneiden. Da hatte es Abbo doch tatsächlich geschafft die Qualifikation der GP1 als sechster abzuschließen. Und als er mitteilte, dass er wegen Verkehr auf der Strecke aufgehalten wurde und somit eine bessere Qualifikationszeit verhindert wurde, stand fest, Abbo beginnt das Rennen zumal die Strecke zwar schon am abtrocknen aber noch eindeutig nass war.
Insgesamt lief somit die Qualifikation sehr erfreulich für das Team, lediglich Max und Alex hatten weniger Glück. Max stürzte leicht und benötigte viel Zeit für die Übergabe des Transponders an Alex. Damit ging wertvolle Trainingszeit verloren.
Die Qualifiaktion der GP2 ermöglichte uns die letzten Maßnahmen an den Motorrädern vorzunehmen, das letzte Aufregungspipi zu entsorgen und die letzten Absprachen insbesondere mit unseren Mechanikern Pasquale aka “Murat“ und Kai zu treffen. Denen ging es im übrigen wie mir, es war Ihr erstes Rennen. Und in anbetracht dessen haben sie wirklich einen tollen Job geleistet und uns wertvoll unterstützt. Danke!
Dann ging alles ganz schnell, Aufruf zum Einnehmen der Startposition entlag der Boxengasse, dem “Pace-Bike“ auf die Strecke hinterher und mit dem Einbiegen auf die Start-/Zielgerade breitete sich der infernalische Lärm von 40 Bikes über den Ring aus. Geil!
Es war schwierig das ganze Startgeschehen komplett zu verfolgen, Abbo konnte am Start zunächst einen Platz gutmachen und für Moto Mittrach Racing 1 und ML-Racing verlief der Start ähnlich zufriedenstellend, soweit ich das beurteilen konnte.
Mit zunehmend abtrocknendem Asphalt konnte Abbo die Position 5 leider nicht halten.
Entsprechend wurden an meiner 1098 wieder die Slicks montiert. Diese sollten dann auch bei allen anderen die Reifen des Tages sein, da Petrus ein Einsehen hatte und uns mit weiterem Regen verschonte.
Nach meinem Empfinden war Abbo bei seinem ersten Turn ne halbe Ewigkeit auf der Strecke, so angestachelt war ich von der ganzen Situation und wollte einfach nur raus auf die Strecke und meinen Beitrag zur Bezwingung der 300 Meilen leisten. Dann, endlich wurde Abbo am Beginn der Boxengasse gesichtet. Begründet mit der 60 km/h Begrenzung in der Boxengasse hatte es den Anschein, dass Abbo sich nie oder nur ganz langsam uns annäherte.
Die Übergabe des Transponders verlief reibungslos und mit einem kurzen bestätigenden Kopfnicken von Abbo auf die stimmvolle und prägnante Frage „Slicks?“ liess ich die Kupplung schwer schleifend kommen und begab mich auf körperlich sehr fordernde 40 Minuten. Auf einmal war ich allein und hatte es nun selbst unterm Hintern wie wir das Rennen beenden würden. Krass! Jetzt bloß keinen Fehler machen, nicht Stürzen und die Reifen nicht gleich überfordern. Langsam und mit viel Mühe stellte sich so etwas wie ein Rhythmus ein. Das Gefühl mein erstes Rennen zu fahren übermannte mich doch sehr stark und hinderte mich zunächst daran meine Konzentration voll und ganz der Strecke zu widmen. Als dann die ersten Mitstreiter mich überholten, konnte ich dies natürlich nicht mit meinem Ego vereinbaren und zog beherzter am Kabel. Runde um Runde fielen dann die Rundenzeiten und ich konnte im ersten Turn konstante 2:02er Zeiten verzeichnen.


Mit dem Aufleuchten der Tankleuchte signalisierte mir meine italienische Sportlerin, dass doch ein Fahrerwechsel durchaus angebracht ist. Wie vereinbart streckte ich das Bein mit dem Überfahren der S/Z-Geraden raus, so dass das Team über meinen Tankinhalt und meine beabsichtigte Rückkehr zur Box informiert war. Leider wurde dieses Zeichen übersehen oder ich war wohl nicht deutlich genug mit dem Signalisieren meiner Intention, jedenfalls kann man sich den Rest an dieser Stelle wohl denken. Beim Einfahren in die Boxengasse sah ich Abbo ohne Helm und ohne Handschuhe im Sprint auf dem Weg zu seiner Duc. „Super! Dann geht’s halt noch für ne Runde raus! Ein wenig Sprit ist ja noch im Tank, hoffentlich!“ murmelte ich in meinen Helm als ich just in diesem Augenblick unsere Box passierte. Wie ich später erfuhr waren wir wohl mit Mitti und seinem Teampartner Andy in guter Gesellschaft. In der darauf folgenden Runde funktionierte die Übergabe ohne weitere Momente bei der die Schnappatmung hätte einsetzen müssen.



Wow, war das anstrengend! Hätten Kai und Pasquale nicht das Motorrad gehalten, wäre ich doch glatt mit selbigem umgefallen. Im Glauben jetzt ausgiebig regenerieren zu können, schüttete ich erst mal die Erfrischungsbrause aus Österreich in mich rein und hoffte auf einsetzende Superkräfte. Kaum erholt und noch nicht wirklich bei Kräften wurde mir dann schon wieder mitgeteilt meine müden Knochen aus dem Stuhl zu heben und mich seelisch und moralisch auf meinen nächsten Turn vorzubereiten. Dieses ganze Verfahren wiederholte sich dann noch zweimal und mit jedem weiteren Turn wurde mir zunehmend bewusst warum das Ganze als MotorSPORT bezeichnet wird. So ein Langstreckenrennen kann man in den meisten Fällen nicht ansatzweise mit einem Renntraining vergleichen. Ob ich 20 Minuten am Stück fahre und dann eine Stunde pausieren kann oder Fahren bis der Tank leer ist und 45 Minuten später wieder den Hahn zu spannen, sind dann doch zwei verschiedene Welten.

Die restlichen Turns verliefen ereignislos und auch die Übergaben stellten uns im weiteren Verlauf des Rennens vor keine weiteren Herausforderungen. Mit abgespulten 101 Runden konnte dann Abbo das Rennen ohne Stürze und ohne Defekte mit dem Überqueren der Ziellinie beenden. Der spätere Blick auf die Ergebnisliste zeigte dann auch, dass dies keine Selbstverständlichkeit ist. Unter Berücksichtigung der von uns selbst gemachten Vorgaben und Zielen fanden wir uns im Gesamtranking auf Platz 24 echt zufieden wieder.

Der Reifen hatte ein solch würdiges Ende verdient!
Pokale gab es wenigstens für ein Team von uns. Glückwunsch
Natürlich stellt sich rückblickend die Frage was nach einer solchen Eintagesveranstaltung bleibt. Zum einen handelt es sich bei unseren Teams um eine super Gemeinschaft, mit der man gerne gemeinsam Zeit verbringt. Zum anderen hat sich der Aufwand mit den gewonnenen Erkenntnissen für alle noch kommenden Rennen mehr als gerechtfertigt.
Und nicht weniger entscheidend, es bleibt ein großes Loch in das ich mit dem Ende dieses Rennens gefallen bin. So groß war die Vorfreude und die Erwartungen für das erste Rennen. Nichts mehr ist wie es war. Hier zitiere ich gerne Steve McQueen: „Leben heißt Rennen fahren. Die Zeit dazwischen ist nur Warten.“ Kein Spruch und kein anderer Gedanke trifft es besser auf den Punkt. Und deshalb gilt für mich ab sofort: 
Nach dem Rennen ist vor dem Rennen und alles beginnt wieder von vorn. Die Aufregung, die schlaflosen Nächte, das Planen und Vorbereiten und nicht zu letzt die unzähligen Benzingespräche mit Gleichgesinnten.             

Dementsprechend freuen wir uns schon wahnsinnig auf das erste Rennen bei dem es um Punkte, Pokale und Gewinner geht. Und Gott sei Dank, die Zeit bis zum 13.06.10 vergeht sicherlich schnell.

Bis dahin

Dr. House 

Freitag, 3. Februar 2012

696Racing Classics 2010 (Teil 2)

Und weiter geht´s mit den Classics.
Dieses mal handelt der Bericht von meiner Erstbefahrung des Nürburgrings.
Auf Grund der momentanen Kälte, werden rückblickend die Temperaturen von diesem Renntraining als sehr warm empfunden...


Hier der Bericht:


02.04.2010 PS Racecamp Nürburgring


Ungefähr kurz vor sieben in der Früh erreichen wir das Fahrerlager des Nürburgringes. Doch was ist hier los?
Heuballen wehen über die weite asphaltierte Steppe. Menschliche Wesen waren wohl schon lange nicht mehr hier! Nur einzelne und an zwei Händen abzuzählende Transporter und Wohnmobile sind am Horizont des Paddocks zu erkennen. Was für eine gottlose Gegend. Reflexartig stelle ich mir die Frage: Gibt es ggf. noch einen weiteren Nürburgring?
Im Laufe der nächsten Minuten erscheinen jedoch ein paar weitere unerschrockene Mitzünder. Für uns natürlich die Bestätigung, hier sind wir richtig!
Eigentlich war es ja abzusehen, dass die Teilnehmerzahl des PS Racecamps heute mit unaussprechlichen hohen Werten nicht aufwarten kann. Denn zum einen waren sich die Wetterberichte im Vorfeld nicht alle einig und zum anderen finden ja morgen bekanntermaßen die 1000km von Hockenheim statt.
Uns war es egal, also mehr Platz auf der Strecke für die Linienwahl der Marke "Psycho"  und unsere "Ranch" die wir neben dem Landsitz von Mr. Hayabusa errichtet haben. 


Die Wölfe sind auf diesem Bild leider nur sehr schwer zu erkennen!
Unsere Ranch
Nach einem herzlichen "Guten Morgen" an die Team-Mitglieder Markus und Alexander (inklusive kompletter Familie) die bereits am Vortag anreisten, begannen wir mit der üblichen Prozedur und packten Moppeds und Equipment aus.
Unmittelbar danach begann Franzi völlig berechtigt mit dem Anziehen der Skihose. Ob der hier ansässige Reifenhändler auch Winterreifen für meine Duc hat? Denn auf den letzten Kilometern vor dem Nürburgring konnte ne leichte Eisschicht auf den Straßen identifiziert werden.
Bei spätwinterlichen -2 Grad wäre auch ein Weihnachtsmarkt mit Waffeln und Glühwein inmitten des Fahrerlagers ein voller Vermarktungserfolg geworden. Dieser Mangel stellte für uns jedoch kein Hindernis dar. In windeseile war der erste Kaffee gebrüht und die Steaks gegen 9.00 Uhr ordentlich von der Flamme geküsst. 




Als dann alle satt und fast alle Bedürfnisse befriedigt waren, widmeten wir uns unserem eigentlichen Auftrag: Frieren fürs Team!
Die Knitterfreie Wintermütze auf den Kopf, Rollkragenpulli übergezogen und den Schal noch schnell um den Hals gebunden, so konnte es los auf das Feld der Ehre gehen. 
Da es tatsächlich so wenige Teilnehmer dieser Veranstaltung gab, entschied die Organisation die Gruppen A, B und C zusammen zu legen. So kamen wir pro Turn auf eine mögliche Fahrdauer von 60 Minuten. Einfach nur geil! Soweit die Theorie. Leider teilte mir der Nürburgring bei meiner Erstbefahrung mit, dass zum einen die Reifen noch unwahrscheinlich kühl sind und zum anderen ich neu im Revier bin und überhaupt kein Gefühl für die Strecke habe. Nach etwa 15 Minuten und einer gefühlten Ewigkeit fuhr ich wieder zum Mutterschiff.


Im Himmel hatte wohl jemand mit mir Mitleid. Unwesentlich später kam die Sonne raus und hob die Außentemperatur auf tropische 8 Grad + !!!
Ganz klar meine Bedingungen und es kam wie es kommen musste. Meine Duc und ich wurden zu einer Symbiose aus Mensch und Maschine. Stetig und wie das Eichhörnchen konnte ich mich von Turn zu Turn verbessern. Am Ende das Tages fand ich einen Weg den Kurs idealerweise mit einer Zeit von 2:22,xxx Min zu umrunden. Das alleine macht mich zwar nicht zu einem unentdeckten Talent am SBK-Himmel, entlarvt mich aber auch nicht als völligen Nasenbohrer. Unter Berücksichtigung der Kälte, der mir völlig fremden Strecke und einem Motorrad welches mich unverändert stark fasziniert aber auch schwer fordert, ist das eine Zeit mit der ich gute leben kann. Beim Blick auf die anderen Laptimer (sofern sie funktionierten) ist diese Zeit nur Mittelmaß. 
Ralf murmelte irgendetwas von 2:11,xxx Min bei guten Verhältnissen. Ja, nee ist klar! Ander Liga!
Wichtig und erwähnenswert keiner von uns stürzte auf der "Rennstrecke". Weiter sollte dieses Thema nicht vertieft werden.
Und nicht weniger wichtig, es blieb trocken! Hurra!
Mit reichlich abgespulten Kilometern entschieden wir uns am späten Nachmittag die Ranch abzubauen und unsere müden Körper in die Saar-Pfalz zu verlegen. Allerdings ein Highlight ermöglichte mir Jens dann zu Schluß doch noch. Getreu dem Motto "back to the roots" nahm ich das Angebot an, Jens`s MV Agusta im fünstelligen Drehzahlbereich zu bewegen. Danke hierfür! Da mein vorheriges Motorrad eine 750er F4 war, konnte recht schnell zum zügigen Rennstreckencruisen übergegangen werden. Unverändert liebe ich diese glasklare Transparenz am Vorderrad.  Ein weiterer Beweis dafür, dass ich heute Glück hatte, war der Umstand die MV ohne Folgen durch das Kiesbett pilotiert zu haben. Ab diesem Zeitpunkt war die Luft raus.
Das Konzentrieren fiel schwer und die ausgelaugten Arme hätten keinen einzigen Weinschoppen mehr stemmen können.


Die Gang
Fast ein Action-Bild, aber auch nur fast!
Und die Erkenntnis: Mit Helm sehen wir besser aus!
Also was bleibt?
In Vorbereitung auf die 6h-Langstreckenrennen konnten wir viele Kilometer abspulen und erneut reichlich Spaß haben. Letzteres soll Gerüchten zu folge dienlich für die Kohäsion (???) sein. Oder wie auch einst Franz Beckenbauer schon in musikalischen Tönen von sich gab: "Gute Freunde kann niemand trennen, gute  Freunde sind nie allein..."




Lessons learned:
1. Zweckmäßig war die Erstellung einer Checkliste für das mitzuführende Equipment ( so bleibt nix zuhause und an der Rennstrecke wird auch nüscht vergessen!)


2. So ein Tag auf der Rennstrecke ist lang. Deshalb wenn es zu Beginn nicht gleich so recht will, lasst die Brechstange beim Werkzeug. Der Flow kommt im Laufe des Tages. Eines darf nicht vergessen werden. Unverändert ist es ein Hobby. Und wer steht schon auf frustrierende Freizeitgestaltung?


3. Den ganzen Tag am Kabel ziehen fordert Geist und Köper nachhaltig. Bei ersten Ermüdungserscheinungen bestmöglich Pause machen und Trinken und nochmals Trinken. Ach ja, und Trinken nicht vergessen! Erstrecht bei Temperaturen die ihren Ursprung in der Adventszeit haben. Da vergisst man das Trinken gerne.


4.Für alle Menschen vom Typ Abbo:
Ausreichend Tape und Kabelbinder mitnehmen. Diese nützlichen Helferlein halten das Bike und den ganzen Kerl zusammen.


In diesem Zusammenhang ist auch der Besuch der Eltern von Abbo durchaus erwähnenswert. Für "Kinder" gibt es wohl nichts wichtigeres als die Aufmerksamkeit der Eltern. Ich denke Jens hat sich sehr darüber gefreut. Zumindest habe ich mir beim  Besuch meiner Eltern letztes Wochenende in Hockenheim ein zweites Loch in den Hintern gefreut!
Warum soll es ihm da anders gehen?!


Wir hatten heute wirklich einen tollen Tag und offensichtlich ist auch das Wetterglück mit den Mutigen. So kann und soll es weiter gehen!


Grüße


Dr. House