Donnerstag, 27. Dezember 2012

Mein erstes Mal...

... mit der BMW und dann gleich im Regen... oder der Tanz auf rohen Eiern!
Wie versprochen gibt es noch zum letzten Post etwas bewegtes Bildmaterial.
Sichtverhältnisse waren echt katastrophal. Aber egal, was nimmt man nicht alles fürs erste Podium in Kauf.
Spätestens von da an war meine Regen-Phobie geheilt.


Viel Spaß beim "Gugge"!




Samstag, 22. Dezember 2012

Grande Finale

Zugegeben, das Schreiben kam hier in den letzten Wochen und Monaten viel zu kurz. Zu sehr hat mich Familie und Beruf eingenommen und ermöglicht es mir erst jetzt so kurz vor Weihnachten noch ein paar abschließende Zeilen zum Jahresende zu schreiben.


Wo waren wir stehen geblieben? Ach ja, die aprilia musste weichen und der Rest der Saison war mit der neu angeschafften BMW zu bestreiten. Da nicht nur eine motorrad- sondern auch eine teamtechnische Veränderung für die zweite Hälfte der Saison vorlag, ging es am 25.08.2012 für den 3. Meisterschaftslauf und somit den 18.ADAC/DMC Reinoldus Sprint mit dem Panigale Racing Team zum Nürburgring.
Leider konnte an diesem Wochenende familär bedingt Andi nicht mit vor Ort sein. Da sich für den Rennsonnatg reichlich Regen angekündigt hatte, musste ich bei Cafe naturgemäß nicht besonders viel Überzeugungsarbeit leisten.
Hatten wir Samstags bei dem ganzen Prozedere noch sehr schönes Spätsommerwetter, so hingen die Regenwolken am Tag des Rennens sehr tief und pünktlich zum Training fielen auch schon die ersten Tropfen.
Und auch an diesem Tag ließ es sich die Eifel nicht nehmen eine ganz eigene Wettergeschichte zu schreiben.
Waren freies Fahren und Qualifikation noch sehr geprägt von einer deutlich nassen Fahrbahn, trocknete diese pünktlich zum Rennstart ab. Die tiefhängenden Wolken blieben. Dennoch gingen alle Teams mit Trockenreifen ins Rennen. Startfahrer für uns war Hagen, der unseren mäßigen Startplatz 13 in den einstelligen Bereich führen sollte.


Kaum hatte ich beim Start die Panigale in Hagens Hände übergeben, machte es auch schon flatsch. Regentropfen, von oben, ganz viele und gar nicht mal klein, sorgten dafür, dass nach nicht einmal zwei Runden schon wildes Chaos in der Boxengasse ausbrach.


Wir waren vorbereit! Betti (meine BMW) stand noch mit Slicks bereift da, Ralfs Panigale war schon mit Regenreifen ausgerüstet. Also ging es für Ralf schon nach zwei Runden und der Übergabe des Transponders raus. Der Wechsel ging wie gewohnt sehr zügig, so dass auch schon einige Plätze gut gemacht werden konnten. Hagen übergab auf Platz 12 liegend an Ralf. Dieser war an diesem Tag und bei diesen Bedingungen in bestechender Form. Eines vorab, der Regen ließ während des Renngeschehens nicht mehr nach und die Frage nach den richtigen Reifen war für uns an diesem Tag kein Thema mehr. Platz 8, Platz 7, zur Mitte von Ralf´s Turn war es schon Platz 5 und als er an mich übergab, lagen wir doch auf einem unglaublichen 4. Platz.
Auf so einem Platz liegend, war der Druck für mich enorm. Bloß nicht fallen und bloß nicht die fahrende Schikane für den Rest des Feldes sein. Gute Vorsätze, aber bei diesen Bedingungen? Kurz vorm Aufsetzen des Helms entlässt mich Cafe mit den Worten: "Ich hab ne super Idee: Fahr raus und tritt den anderen in den Arsch! Du machst das schon, heute ist Euer Tag!" Warum auch immer, aber Cafes Worte sind beruhigend und Ansporn zugleich. Ok, also raus und mal schauen, ob die Performance mit der BMW ähnlich ist wie mit der aprilia. Und ja, und auch mit diesem Motorrad lag mir das Fahren im Regen sehr gut. SO gut, dass ich erst nach fast 70 Minuten wieder die Box zur Übergabe an Hagen ansteuerte. Waren die Bedingungen noch so ekelhaft, fand ich aber auch dabei meinen Spass. In dieser Zeit gelang es mir 65 mal zu überholen und 8 mal überholt zu werden (das ergab die Videoauswertung = Video wird auch noch irgendwann online gestellt). So wurde auf Platz 5 liegend der Transponder an Hagen übergeben.

War das nass! Da habe sogar ich im Sommer gefroren.
Dieser fuhr einen unspektakulären Turn und konnte die Position halten. Danach zeigte Ralf noch einmal wie es im Regen geht und fuhr uns wieder auf Platz 4 vor und hielt diesen bis zur Übergabe an Hagen. Ich sollte für das Team den letzten Turn des Rennens fahren. Dazu kam es jedoch nicht mehr. So ziemlich zum Ende von Hagens Turn und einer Renndauer von ca. 5 Stunden und 15 Minuten verteilte ein Mitstreiter jede Menge Öl auf der Strecke gefolgt von einer langen Gelb-Phase, was die Rennleitung zunächst zur Unterbrechung des Rennens brachte. Zuvor stürzte ein Fahrer des auf Platz 2 liegenden Teams und bescherte uns damit den 3. Platz.
Nun standen wir da, in der Box wartend. Da die Entscheidung der Rennleitung nicht abzusehen war, bereitete ich mich in aller Ruhe auf den letzten Turn vor. Dazu kam es jedoch nicht mehr. Da es aus Sicherheitsgründen und den vorliegenden Witterungsverhältnissen nicht möglich gewesen wäre in absehbarer Zeit die Strecke vom Öl zu befreien, entschied die Rennleitung auf Abbruch des Rennens und damit das Rennende. Unfassbar, 3. Platz! Wahrscheinlich ist es die Geschichte meines Lebens, von der ich in 40 Jahren meinen Enkeln erzählen werde. Aber mich hat dieses Ergebnis so umgehauen, dass  ich es an diesem Tag definitiv nicht verstand, was da passierte. Darauf war ich einfach nicht vorbereitet. Nicht auf Platz 3, nicht aufs Podium Podium, nicht an diesem Tag und nicht bei diesen Umständen. 3. Platz in der Gesamt- und Klassenwertung, unfassbar! Entsprechend deplatziert kam ich mir bei der Siegerehrung auf der Tribüne vor. Sonst standen da immer andere und ich dachte mir immer: "Irgendwann stehst Du auch mal da oben, irgendwann...."
Krasse Sache, so richtig verstanden habe ich es bis heute noch nicht.



Aber auch Ralf und Hagen, sonst recht erfolgsverwöhnt, haben an diesem Tag nicht mit diesem Ergebnis gerechnet. Entsprechend zufrieden waren die Gesichter in der Box und das anschließende Essen beim Italiener war umso schmackhafter.

Saubere/ nasse Teamleistung:



Natürlich war das noch nicht alles, einen habe ich noch.
In identischer Konstellation ging es zum letzten Lauf des RL-Cup. War das Wetter beim vorherigen Rennen noch so schlecht (für uns gut), durften wir den Nürburgring zum Abschluss der Saison noch einmal von seiner schönsten Seite erleben.

Gestartet sind Ralf, Hagen und ich mal wieder als 13. ins Rennen. Erklärtes Ziel war es in diesem sehr starken Teilnehmerfeld in die Top 10 zu fahren.
Um es kurz zu machen:
Es war ein Rennen ohne Aufreger (mal abgesehen von Ralfs Spritmangel eingangs Boxengasse) oder dergleichen.

Die perfekte Transponderübergabe:


Auch die von uns gefahren Rundenzeiten waren sehr vernünftig (2:10 - 2:13) und hätten uns vor zwei Jahren auf  Podestplätze gebracht. Am Ende kam ein schwer erarbeiteter 10. Platz raus. Somit hatten wir unser Ziel erreicht und ein versöhnliches Saisonende gefunden.

Scheiß auf Wolle Petry: Von wegen Bronze, Silber und Gold habe ich nie gewollt!
Jetzt habe ich Blut geleckt! ;-)
Wir waren sehr zufrieden, nur Carlchen nicht!

Und weil es schon mal so gut lief, entschied ich mich noch meinen persönlichen Saisonabschluss einzuleiten.
Anfang Oktober nahm ich in Hockenheim nochmals an einem Renntraining von Speer teil mit abschließenden und letzten Regio Cup-Lauf für 2012. Leider machte an diesem Tag uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung, da fast alle 30 Minuten sich die Streckenbedingungen änderten. Deshalb entschied sich der Veranstalter das abschließende Sprintrennen ausfallen zu lassen, war die Reifenfrage doch mehr als heikel. Mit der Vernunft von heute war dies die richtige Entscheidung, auch wenn ich für das Rennen Startplatz 8 rausgefahren habe und sicherlich noch Luft nach oben war. Egal, schön war aber auch an diesem Tag Jörg #33 kennen zu lernen und die "aprilia-Brothers" Marvin und Kevin wieder zu treffen. Einfach coole Typen!


Noch dazu eine schöne Anekdote zum Thema "Racer sind die besseren Menschen":
Mit in der Box bei dieser Veranstaltung war der noch sehr junge Abiturient Timo und seine Triumph Daytona 675. Unbeabsichtigt hat er beim Zusammenpacken der Sachen und Verlassen der Box einen Dreifachstecker eingepackt. Mir wäre das gar nicht aufgefallen. Einen Tag später habe ich eine SMS von ihm, mit der Bitte ihm meine Adresse mitzuteilen, dass er mir diesen zusenden kann. Darüber habe ich mich sehr gefreut, aber nicht über den Stecker sondern vielmehr über die Tatsache, dass Zynder so aufrichtig sind, unabhängig davon ein wirklich netter Kerl.

Auch wenn zwischenzeitlich die BMW verkauft wurde (mal wieder ein sehr gutes Angebot bekommen) und es noch keine konkrete Planung für 2013 gibt, sind es die Geschichten wie zuvor, die mich dazu bewegen diesen Sport, diesen "Way of Life" nicht aufzugeben.

Zum Ende des Jahres möchte ich noch ein paar Worte des Dankes los werden.

Vielen Dank an:

- den vielen regelmäßigen Lesern für die aufmunternden Worte den Blog stets aktuell zu halten,
- Flyhammer für den tollen Teilesupport für die aprilia,
- Motorrad Klein in Dillingen für die fachmännische Betreuung der aprilia,
- Roland Matthes von WSC Neuss,
- Dinner Moto für die erstklassige Ausstattung mit Reifenwärmern und Aufklebern,
- ATC Racingparts für diverse Klein- und Großteile,
- Motorsport Dietrich für die zuverlässige Berlieferung und Beratung für "schwarze Gold",
- Ducati Moto Mittrach für die Unterstützung, trotz markentechnischem Fremdgehen,

- dem Panigale Racing Team für die einmalige Chance,
- Andi, für seine Backkreaturen und einfach für seine tolle Unterstützung menschlicher und fachlicher Natur,
- Cafe, weil er einfach an mich glaubt (und das nun schon im 3. Jahr) und stets da ist.

Meinen Frauen! Danke, dass Ihr mir diese Saison trotz schwieriger Umstände ermöglicht habt.
Ihr seid die Besten und in 2013 mit unterwegs auf der Jagd nach Pokalen und Ruhm.

Eine schöne, lehrreiche und erfolgreiche Saison 2012 geht zu Ende.

Fast vergessen,
Motto für 2013:

Ein Pokal ist nie genug!

Ich freu mich drauf...