Dienstag, 15. Oktober 2013

Project 696...

... is coming soon!


So stay tuned!


Samstag, 5. Oktober 2013

Aus die Maus!

Das war es also,
mein persönliches Saisonfinale 2013.
Um vorweg die Spannung rauszunehmen, es lief nicht gut.
Und deutlich formuliert: Es war eines der unschöneren Motorsportwochenenden mit Höhen und Tiefen, wobei letztere deutlich ausgeprägter waren.
Freudig kann trotzdem verkündet werden, es zog sich niemand ernsthafte Verletzungen zu. Das war die gute Nachricht.
Was war also passiert:
Kim (ja. mal wieder ein neuer Fahrer und nein die Rennstrecke ist kein Swingerclub bei dem jeder mal mit jedem fährt), Cafe (vom Team RR =RentnerRacing) und ich zogen zum letzten Lauf des Reinoldus Langstreckencups 2013 in den Eifel-Kühlschrank namentlich bekannt auch als Nürburgring. Anmeldung, Box-Beziehen, Aufbau und "frühzeitiges" Abendessen waren die üblichen Tätigkeitsfelder an diesem Abend. Ach, eines habe ich noch glatt vergessen: Das Warten auf Einlass in das Fahrerlager!
Offtopic:
Lieber DMC, Eure Veranstaltungen sind immer prima organisiert und ihr gebt Euch immer so große Mühe (Getränke und Essen am Haus D)
ABER das Warten auf die Dosentreiber nervt und vorallem ist es nicht wirklich familienfreundlich wenn man mal die Zwerge mitnehmen möchte. Deshalb gibt es von mir wie beim Perfekten Dinner nur die 8 von möglichen 10 Punkten.
Es war angerichtet

Der Morgen des Rennens kam nach einer langen Nacht und vielen Gesprächen im Wohnwagen schneller als in diesem Augenblick gewünscht. Da Cafe und Kim als erstes auf die Strecke sollten, ließ ich es deutlich ruhiger als sonst angehen.
Kim vor den ersten Nürburgring-Kilometern 
Da stand ich nun da und beobachtete Kim und Cafe bei ihren ersten Runden an diesem Morgen. Und nach 5-6 Runden fehlte ein Schäffchen der Herde. Und es dauerte und dauerte und Cafe vermochte einfach nicht die Start/Ziel-Linie überfahren. Stattdessen, listig wie er ist, betrat er samt Motorrad die Box durch das Hintertürchen. Und siehe da, er zauberte: Metalle und Kunststoffe in festem Agregatszustand wurden in neue Form gebracht. Leider muss an dieser Stelle hinzugefügt werden, war diese neue Form nicht für den zügigen Rennstreckengebrauch geeignet. Kurzum: Cafe und Mopped = Ausfall für den Rest des Tages.
Dass die Strecke zu dieser Zeit noch sehr kalt war, bestätigte dann auch Kim als er wieder in die Box über das richtige Tor rein kam.
Für psychische Aufbauarbeit für Cafe blieb leider nicht viel Zeit, denn ich sollte uns (damit waren nur noch Kim und ich gemeint) eine halbwegs vernünftige Startposition einfahren.
Kleiner kann ich nicht.
Schwerstens sensibilisiert durch Cafe rollte ich 2-3 Runden um den Kurs, um noch ein bisl zu warten bis es schlagartig wärmer. Die Idee war gut, wurde jedoch von Cafe und den Worten " Dein Kühler ist undicht" schlagartig unterbunden.
Von da an kam auch wieder mein treuer Begleiter Andi mit ins Spiel. Sowohl und Andi als auch Cafe teilten mir mit ihren Blicken mit, dass das Ende vom Anfang war. Never ever, nicht mit mir. Wenn ich eines von meiner Mutter insbesondere gelernt habe, dann ist es das Motto: Aufgeben ist keine Option!

Ganz viele Ideen gingen mir durch den Kopf, viele Ratschläge wurden eingeholt aber zu einer tragfähigen und schnellen Lösung wollten wir alle nicht kommen. Selbst mein Hilferuf bei Facebook brachte aus Häme und Spott für mein italienisches Sportgerät nichts ein. Wie ein hungriger Köder bin ich als in letzter Verzweiflung von Box zu Box geschlendert, um nach weiteren Panigale-Treibern Ausschau zu halten. Und siehe da, der Herrgott führte mich zum Team Frostbeulen Racing. Bekanntermaßen kostet fragen auch nichts und so wurde das schraubende Personal an der roten Panigale einfach mal angehauen. Zur Antwort wurde mir gegeben: "Austauschkühler? Nee, so etwas haben wir nicht. Sorry!" Ok, das war sie also die letzte Chance, drehte mich mit gesenktem Haupt um 180 Grad und ging geknickt von dannen. 20 Meter später packte mich eine Hand an der Schulter, korrigierte mich wieder um 180 Grad in die andere Richtung und der zur Hand gehörige Kopf sprach: "Austauschkühler haben wir keinen! Aber ein Austauschmotorrad! Wenn Du willst könnt Ihr Euch den Kühler ausbauen!" What??? Für diese Worte schließe ich das Team Frostbeulen Racing von nun an in mein Gute-Nacht-Gebet! Und genau deshalb hat meine Mutter recht, Aufgegeben wird erst ganz am Schluss. Völlig beflügelt rannte ich in unsere Box, rief Cafe und Andi nur kurz zu "Labern einstellen, jetzt wird geschraubt!" und verschwand wieder an der Rückseite der Box um 3 Minuten später mit einer Ersatz-Panigale und zum Entsetzen aller Betroffenen da zu stehen. "Fragt jetzt nicht woher ich das Mopped habe, tauscht einfach bitte nur die Kühler!" lauteten meine Worte an Andi und Cafe (den ich mit dieser ABM zunächst vom eigenen Schmerz und Kummer hinsichtlich seines Wissenschaftsversuches ablenkte).


Plötzlich sah ich uns wieder um Plätze kämpfen und die lange aber schöne Belastung eines Langstreckenrennens. Euphorisch wie ich war, versuchte ich alle im Team von dieser Welle tragen zu lassen und sprach mit Kim dem Startfahrer letzte Dinge ab. Währenddessen gaben sich Andi und Cafe größte Mühe Francesca schnellstmöglich wieder einsatzbereit zu machen.
Punkt 11.40 Uhr wurde das Rennen mit uns an Startposition 40 begonnen. Eine Runde später kam Kim schon auf Platz 30 liegend an der Boxenmauer vorbei. Bestens, so kann es weiter gehen. Als in Runde 2 das Feld wieder an Start/Ziel vorbei eilte, konnte eine graue Ducati 999 nicht aufgeklärt werden. Oh Oh, schon da sagte ich mir in Gedanken: " Würde ja zum bisherigen Tag passen!"
10 Minuten später hatten wir die Gewissheit, dass auch Kim seine Duc nachhaltig per Highsider kaltverformt hatte. Damit war alles Aus die Maus!

Das gesenkte Haupt! Kein Eintelfall an diesem Tag0
Ich entschied mich dann einfach zum Spaß (darf man ja auch auf der Rennstrecke haben) und dennoch völlig gefrustet noch zweimal rauszufahren.


Die letzten Rennstreckenmeter des Jahres 2013 wurden auch gefilmt: --> Film

Frühzeitig wurde alles verpackt, davor wieder der geliehene Kühler aus- und wieder eingebaut, und dann zeitnah die Heimreise angetreten.
Bei lauter Frustmusik im Auto hörend, wollte die Erkenntnis sich nicht ändern, dass ich mir meinen Saisonabschluss anders vorgestellt habe. Mit dem Wissen im Wohnwagen ein sturzfreies Mopped und einen unbeschädigten Körper gen Heimat bewegen zu können, stimmte mich zumindest für den Augenblick etwas milde. Natürlich wurmt es mich auch heute noch. Aber so ist es nunmal im Motorsport. Es ist wie im wahren Leben. Den Höhen und Tiefen kann man wenn man es liebt und lebt sich nicht entziehen.

Abschließend noch ein paar schöne Impressionen von diesem Tag:

 
 

Das war sie also, die Motorsportsaison 2013!
Kurz, intensiv, erkenntisreich und vorallem vorüber.
Mit Francesca war ich sehr zufrieden, so dass auch sie weiterhin meine Garage zieren wird.
In der bevorstehenden und in der Dauer nicht absehbaren Pause wird sie noch stärker und wettbewerbsfähiger gemacht.

Da momentan die Überlegungen in alle Richtungen gehen, wird es hier vorerst keine News, Updates oder sonstige Geschichten von der Rennstrecke geben.
Gleichermaßen spare ich mir sentimentales Gerede und danke all denen, denen ich zu danken habe.
Das wissen die Helfer und Unterstützer selbst am besten.

Also, nicht traurig sein!

Beste Grüße an Euch alle und verbleibe gleichzeitig mit den Lieblingsworten von

Pink Panther:

Es wird weiter gehen,
denn heute ist nicht das Ende aller Tage,
ich komme wieder,
keine Frage!    


Montag, 9. September 2013

Final countdown!

Vor nicht all zu langer Zeit angekündigt, werden zum Ende dieser Saison meine Motorsportaktivitäten auf unbestimmte Zeit erstmal ruhen. Da aber das Ende dieser Saison noch nicht erreicht ist, gibt es erstmal wieder ein paar Zeilen zum Schreiben.
So kam es, dass Mitti, Jörg und ich am 26.07.2013 am 6h-Rennen des Deutschen Langstrecken Cup´s teilnahmen. Wettertechnisch zeichnete sich schon in den Tagen zuvor insbsondere für diesen Samstag eine unwahrscheinliche Hitze ab. Warum auch nicht mal was Neues ausprobieren. Schließlich haben wir diese Bedingungen noch nicht sehr häufig am Nürburgring angetroffen.
Im Zuge der Vorbereitungen hätte ich inzwischen den Spitznamen "Mister-last-minute" verdient, zumal erst am Tag der Anreise die neue Rennverkleidung angebracht und 2 Satz Reifen aufgezogen wurden. Alleine hätte ich das mal wieder nicht geschafft. Aber mit der Hilfe von Kai und Dirk von Moto Mittrach konnte ich rechtzeitig die Heimat gen Nürburgring verlassen und den Platz in und außerhalb der Box am Nürburgring sichern. Dort am späten Nachmittag angekommen, war auch schon Jörg da. Dieser drehte schon fleißig Trainingsrunden und dementsprechend war seine Vorfreude aufs bevorstehende Langstreckenrennen ebenfalls rießig. In aller Ruhe wurde dann alles aus dem inzwischen zum Transportanhänger mutierten Wohnwagen ausgeräumt und sorgfältig an seinen vorgesehenen Platz gebracht. Mit dem letzten Büchsenlicht kamen dann auch die Mittis ins sehr gut gefüllte Fahrerlager und machten es sich schnell gemütlich. Mit dem Wissen des zu Erwartenden des Folgetages ging es dann nicht zu spät ins Bett. Schließlich wollten wir ja fit und gerüstet sein für Kurs, Gegner und Wetter.
Francesca und ich, das hat Potential!
Samstag morgen, entspanntes Kurvensurfen! 
Rückblickend musste man kein Prophet sein, um zu wissen, dass es in diesem Rennen sehr schwer für uns sein würde in die vorderen Reihen zu fahren. Dennoch, hoch motiviert war es unser erklärtes Ziel zumindest in die Top 20 zu fahren. Auch wenn es insbesondere die heftige Sonneneinstrahlung nicht einfacher machte, wurde Gas gegeben bis zum Umfallen (sprichwörtlich).
Kein schöner Anblick!
Durch einen Boxenstopp zu wenig war es am Ende des Tages leider nur Platz 18. Bis zu Platz 8 waren wir noch in einer Runde, und deshalb die Zeitstrafe umso ärgerlicher. Deshalb mein Rat an Alle: Lest die Rennbestimmungen, das spart große Enttäuschung! Nachdem sich unmittelbar an das Rennende der erste Frust gelegt hatte,waren in den eigenen Reihen wieder zufriedene Gesichter zu sehen. Schon allein deshalb weil wir nicht unsere Sachen packen mussten sondern am Folgetag im Zuge des Seriensports weiter heizen durften. Bevor es aber so weit war, zelebrierten wir feinstes Fahrerlagerleben mit kühlen Getränken, Grillgut und reichlich Benzingesprächen. Bis... ja bis wie aus dem Nichts ein Stürmchen in der nacht das Fahrerlager verwüstete. Dabei traf es die Sportskameraden des GSX-R Cup am meisten. Da ging reichlich Geld über die Wupper!
Und da nach der Nacht der Tag kam konnte am Sonntag jeder von uns beweisen was er so alleine im Sattel drauf hat. War die erste Dauerprüfung noch im Trockenen so musste in der zweiten DP bedingt durch Wasser von oben mit Regenreifen bestritten werden.
Die geforderten Rundenzahlen absolvierten Ralf, Jörg und ich ohne Probleme und im Zuge eines engen Zeitplans fanden wir drei uns ziemlich zügig wieder in der Startaufstellung. Ziel: Sitzen bleiben und Francesca heile lassen.
Warum auch immer, aber Fahren im Regen wird immer mehr zu meiner Paradedisziplin. Von dem zuvor genannten Ziel wusste ich mit dem Rennbeginn nichts mehr. Aus den Turbulenzen des Starts habe ich mich noch artig raus gehalten, allerdings war ab Runde 2 Ralf vor mir. Was dann folgte, werde ich neben vielen anderen Motorsportgeschichten wahrscheinlich meinen Enkeln erzählen. Ganze zwei Runden habe ich Ralf vor mir studiert bis ich zum ersten erfolgreichen Überholmanöver ansetzte. Der Gegenangriff ließ (so war es auch zu erwarten) nicht lange auf sich warten. Danach konnte Ralf sich nicht wirklich von mir absetzen, so dass weiter studifiziert wurde. Dabei kam zum Vorschein, auf der Bremse bin ich ein Tier! Ok, in Runde sechs oder sieben nach Schumacher-S sah ich wieder meine Chance und bremste mich erneut an Ralf vorbei. Innerlich war in meinem Schädel Fasching. Jetzt galt es die Ruhe zu bewahren und einen erneuten Überholversuch zu vereiteln. Das gelang mir auch eine Runde lang, aber mit dem Gedanken vor Ralf ins Ziel zu kommen, konnte ich mich scheinbar nicht anfreunden. Es schlichen sich die ersten Fehler ein und es passierte was passieren musste. Kein Sturz, aber fast! Zunehmend mehr Rutscher am Hinterrad und immer mehr Fahrfehler zwangen mich dazu Ralf letztmalig an mir vorbei zu lassen. Am Ende trennten uns zwei Sekunden und Platz sechs war auf der Habenseite zu verbuchen. Damit konnte ich zu diesem Zeitpunkt gut leben. Mit Stand heute fuchst mich dieser Umstand natürlich, wäre doch deutlich mehr drin gewesen. Anyway, die Chance zur Wachablösung kommt wieder. Nur nicht an diesem Tag. Das 2. Rennen fiel bedingt durch eine Ölspur auf der Strecke leider aus. Mit dem Coitus interruptus auf Motorsport-Art traten wir die Heimreise an. Mit im Gepäck war das Gefühl, dass der Zeitpunkt für die Motorsportpause irgendwie, wie sage ich es am besten, SCHEIßE ist. Da geht was, das hat Luft nach oben! Egal, der Entschluss steht, das wird durchgezogen.
Wann auch immer das Comeback sein wird, es bleibt die Hoffnung, dass meine treuen Begleiter Andi und Cafe wieder mit von der Partie sein werden. Die zwei ergänzen sich so hervorragend, ich wüsste schon gar nicht mehr wie es ohne die beiden an der Rennstrecke laufen soll.

Das war aber noch nicht alles, ein Termin steht noch aus:

Keine 2 Wochen später schaffte es das Team mal wieder nahezu vollständig an einem Renntraining teilzunehmen. Dijon war das Ziel unserer Reise. Die Rennstrecke von Dijon, so viel schonmal vorab, ist definitiv eine Reise wert. 3 Tage Renntraining, ohne Rennstress, das grenzte schon fast an Urlaub. Auch das Wetter war urlaubsverdächtig. Nun will ich gar nicht lange vom im Kreisfahren schreiben. Vielmehr konzentriere auf die schönste Erscheinung dieses Renntrainings. Cafe, der alte Mann, hat es tatsächlich geschafft sich selbst und seine 998 in einen fahrbereiten Zustand zu bringen. Und was soll ich schreiben, der alte Mann kann es noch und hat nix verlernt. Auch seine astrein aufgebaute 998 lief ohne Probleme und völlig zuverlässig. Als Höhepunkt gönnten Cafe und ich uns eine Reise mit unseren Zeitmaschinen. Er auf der 1199 und ich auf seiner 998. Bewusstseinserweiternd, anders ist das Fahren auf einer 998 nicht zu beschreiben. Von der sache fühlte es sich an wie meine MV Agusta F4, nur mit 2 Zylindern halt. Mir hat es auf jeden Fall reichlich Spaß bereitet, so dass ich kurz davor war die 1199 bei ihm in Zahlung zu geben. ;-)
Mit einer 1:27er Zeit im Gepäck und vorallem sturzfrei ging es wieder zurück nach Deutschland, um so langsam auf die Zielgeraden meiner Motorsportaktivitäten einzubiegen.
Der Beweis: Die 998 lebt, und wie!
Das vorläufige Ende ist also nahe. Ein Grund mehr das letzte Rennen vor der Pause am 29.09.13 beim 6h-Rennen auf dem Nürburgring zu genießen. Geht es nach mir, wird es eine rießige Party.
Das Setup hierzu stimmt auch. Andi hat seine Hilfe angekündigt, Cafe stellt sich im hohen Alter einer Rennbelastung und mit Kim ist ein junges, 24-jähriges Nachwuchstalent, gefunden. So schlecht ist unsere Jugend definitiv nicht. An den Start gehen wir mit dem Namen: Das Ducati-Generationen Team #152
Über jeden der uns besucht, freue ich mich wahnsinnig. Interessante und im wesentlichen verrückte Menschen habe ich in den letzten 4 Jahren an der Rennstrecke kennengelernt. All diese Menschen wieder zu sehen, wäre ein super Abschluss!

Just a few days...
Gehen wir es also an!



Ach ja, für den 29.09.13 wünsche ich mir Regen...
      

 

Montag, 15. Juli 2013

Die Konsolidierung

Es gibt Dinge die gehen einem nicht leicht von den Lippen bzw. lassen sich nicht gerade einfach in die Tastatur einhacken. Auch dazu zählen die folgenden Zeilen:

Die Entwicklung der letzten Monate sowohl in meinem privaten aber auch beruflichen Umfeld zeigen mir derzeitig ein besonders großes Defizit auf. Zeit! Sie fehlt nahezu überall. Zu wenig Zeit für die Familie, zu wenig Zeit für die Gesundheit und zu wenig Zeit für die häuslichen Baustellen haben eine Beurteilung der Lage der persönlichen Situation erforderlich gemacht. Dass der Beruf auch kein "Zeitspender" ist, hat mich neben dem eh schon bestehenden Zeitmangel zu einer nicht leichten aber notwendigen Entscheidung geführt. Mit dem Ablauf dieser Motorsportsaison werde ich auf unbestimmte Zeit die Lederkombi an den Nagel hängen. Zu groß ist der eigene Ehrgeiz und zu groß ist der Wille nicht nur mitzufahren, sondern auch das schönste Hobby dieser Welt erfolgreich zu betreiben. Da reicht es nun mal nicht nur an Rennen alle zwei Monate teilzunehmen. Nein auch Training und noch viel mehr Training ist hierzu erforderlich. Und natürlich, auch dazu braucht es Zeit, welche momentan einfach nicht vorhanden ist. Schwerpunktbildung ist hier das Zauberwort.
Dennoch führt dieser Orientierungshalt im Angriff nicht dazu, dass in diesem Jahr nicht noch angegriffen wird. Unverändert bleibt die Planung für die bevorstehenden 6h-, und Seriensportrennen und das Renntraining in Dijon bestehen. Zusätzlich, schließlich soll sich der Kreis ja auch schließen, ist die Teilnahme am 6h-Rennen des Dortmunder Motorsportclubs am 29.09.2013 auf dem Nürburgring zum Abschluss geplant.
Selbstredend, dass ich mich über zahlreichen Besuch freuen würde, um noch einmal die Gelegenheit zu bekommen, all die Freundschaften und Unterstützer der letzten vier Jahre zu sehen, mich persönlich zu bedanken und reichlich Benzin zu reden, quasi ein Herzenswunsch!

Für die zahlreichen Leser dieses Blogs ist auch zukünftig gesorgt. Alles bleibt bestehen wie es ist und wird sogar nach und nach mit noch mehr unveröffentlichtem Bild- und Videomaterial erweitert. Für die motorsportfreie Zeit gibt es auch schon Pläne, die dann auch (wenn es soweit ist) unmittelbar hier nachzulesen sind.

Also,
kein Grund traurig zu sein, es ist ein Abschied auf Zeit (deshalb wird Francesca und das ganze Equipement nicht verkauft) und somit richtet sich nun der Blick ganz konzentriert auf die nahenden Rennevents. Ich freu mich darauf!  


Montag, 24. Juni 2013

Land in Sicht!

Tja,
mit dem Rennstreckenjahr 2013 verhält es sich doch durchaus komplexer als erwartet. Job, Family und dann wieder viel Job sorgen dafür, dass die Kathedralen meiner Leidenschaft mich nun schon eine Weile nicht mehr gesehen haben. Aber abgeschrieben ist dieses Jahr Gott sei Dank noch nicht.
Deshalb kann freudig an dieser Stelle verkündet werden: Es geht weiter!

Es werde Licht...
Am 27.07.2013 werden Ralf aka Mitti Mittrach, Jörg Grober und ich als das "Panigale Racing Team" beim 6h-Rennen des Deutschen Langstrecken Cup auf dem Nürburgring "performen". Auch wenn Jörg eine aprilia fährt (ja, genau dieser Jörg aus dem vorherigen Bericht), werden wir sicherlich reichlich Spaß haben und versuchen so weit es geht nach vorne zu fahren.
Nach dem Akt der Gemeinschaft geht es am 28.07.2013 gleich weiter mit der Einzeldisziplin. Zum 7. und 8. Lauf der Deutschen Seriensportmeisterschaft auf dem Nürburgring geht es dann wieder in der Klasse 1 und völlig auf sich gestellt um ein bestmögliches Ergebnis.

Wieder unterstützt wird dieses Vorhaben von GP-Reifen.com. Dank Wolle steht Francesca an diesem Wochenende auf frischen Reifen aus dem Hause Pirelli.

Danke für die tolle Unterstützung!

Vorbereitet für diese Vorhaben wird meine 1199 in bewährter Weise von den Jungs von Moto Mittrach in Zweibrücken. Neu wird sein eine neue Fussrastenanlage aus dem Hause Gilles sowie ein paar extra PS.

Hier sind unsere Motorräder in guten Händen
Natürlich sind auch bei dieser Rennveranstaltung alle Ducatisti, Mitleser und Motorsportinteressierten fremder Marken gerne in unserem Kreis zum Benzinreden und hautnahen Mitfiebern herzlich willkommen. Wir freuen uns auf Euren Besuch!


Aber das sind noch nicht alle guten Nachrichten!
Nächstes Rennstreckenhappening ist dann am 10.-12.08.2013 auf der schönen Rennstrecke in Dijon. Hier wird dann ohne jeglichen Leistungsdruck und im Kreise der Freunde Cafe, Ralf und Kai unbeschwert 3 Tage lang geheizt. Die Vorfreude ist wie immer sehr groß!

Bald geht es weiter...

Freitag, 10. Mai 2013

Von der großen Liebe zum Feind Nr.1!

Am 01.05.2013 sollte er also sein, der Saisonauftakt 2013! War es in den letzten Wochen und Monaten auf diesem Kanal doch sehr ruhig, so wurde hinter verschlossenen Türen am Auftakt für die Saison 2013 geplant und getüftelt. Letztes Jahr noch verhindert durch die Geburt der weltschönsten Töchter, ging es dieses Jahr zum 3. und 4. Lauf zur Deutschen Seriensportmeisterschaft auf den Nürburgring. Der Plan für 2013 war allerdings nicht viel besser. Kein Training und ein krachneues Motorrad machten das Vorhaben zu einer kleinen Herausforderung. Erst 1 Tag vor dem Rennen wurden die nötigen Einfahrkilometer abgespult und das neue Renneisen entsprechend für die Rennstrecke präpariert. Ach ja, da war ja noch was. Für den aufmerksamen Leser ist die Geschichte bis hierhin nicht wirklich schlüssig. Um das Spannungsmoment gering zu halten, Betti ist nun in anderen Händen. Mal wieder hat uns ein zu gutes Angebot erreicht und Betti trägt seit November 2012 die Staatsbürgerschaft Österreichs. Geographisch gesehen ist Österreich für uns Deutsche ein Transitland um nach Italien zu gelangen. Und was gibt es da? Na klar, italienische Motorräder!!! Und eines davon wird in 2013 (und hoffentlich dieses mal auch wirklich länger) mit mir auf die Jagd nach der schnellen Runde gehen. Darf ich vorstellen, Francesca (Ducati 1199):


Ob damit an die "Erfolge" von 2012 angeknüpft werden kann, muss sich erst noch zeigen. Sicher ist auf jeden Fall, dass mit Francesca wieder ein Motorrad fürs Herz in der Garage steht.
Zurück zum Event:
Leider können meine Mädels mich noch nicht zur Rennstrecke begleiten und so war es wie immer die treue Seele Cafe, welche verhindern wollte, dass ich mich allein zur Rennstrecke begebe. Überzeugungsarbeit war wie immer nicht nötig, das Gegenteil war der Fall. Die wie oben beschriebene Punktlandung sah dann so aus. Dienstags morgens zu Ralf, 1000er Inspektion gemacht, Rennreifen aufgezogen, Sicherungsdraht hier und da und schon wurde das Mopped wieder eingeladen und die Reise gen Nürburgring angetreten. Auf dem Weg dorthin sammelte ich noch Cafe ein, und wir beide freuten uns darauf endlich wieder Rennstreckenluft einzuatmen und den langen kalten und rennstreckenfreien Winter hinter uns zu lassen. Angekommen am Nürburgring erinnerten uns die Wetterverhältnisse doch sehr stark an den Winter. Regen, Wind und Temperaturen im einstelligen Bereich sagten uns Hallo. Egal, wer auf den Nürburgring fährt, muss sich auf alles einstellen...
Dass Cafe und ich uns sehr ähnlich sind, zeigte sich beim schnellen und reibungslosen Aufbau unseres Quartiers und den weiteren Maßnahmen für den Folgetag. Geräuschloses Arbeiten war angesagt. Dokumenten- und technische Abnahme waren auch schnell gemeistert, sogar der technische Kommissar merkte an, dass an der 1199 alles Serie und komplett neu ist.

Die letzten Handgriffe bevor es zur technischen Abnahme ging.
Alles vorbereitet...  ...ab zum gemütlichen Teil des Abends!
Konnten wir uns nun den Momenten der Ruhe und Entspannung widmen. Als wir es uns im Wohnwagen häuslich machten, zauberte Cafe ne Pulle Rotwein aus seinem Rucksack und der Abend war gerettet.
Da lacht der Cafe... 
... und der Genosse hatte für den Rest des Abends nix mehr zu lachen!
Hinsichtlich seiner kulinarischen Betreuung hatte ich zunächst meine Zweifel, als Cafe mit funkelnden Augen und einer aus dem Mund hängenden Zunge die Veggie-Burger auf dem Grill zubereitete. Ja fast schon bewusstseinserweiternd war dann das Einnehmen dessen was aussah wie Fleisch und tatsächlich auch schmeckte wie Fleisch. Und gesünder war es auch, daran habe ich keine Zweifel.
Wie es auch Ernährungsexperten empfehlen, schlenderten wir zur Verdauung durchs Fahrerlager. Und was durften unsere vom Rotwein in Mitleidenschaft gezogenen Augen sehen, auch das Team Rollator Racing war zu unserer Überraschung und großen Freude anwesend. Rund 18 Monate ist es her, als wir Klaus (der Johannes Heesters des Seriensports) und Margit das letzte mal in Hockenheim gesehen haben.

Die zwei muss man einfach gerne haben!
Die Begrüßung fiel demnach mehr als herzlich aus. Natürlich halfen wir dem alten Mann beim Ausladen seines Equipments und beschlossen den Rest des Abends in dem noch viel gemütlicheren Wohnwagen von Klaus und Margit zu verbringen. Manche Dinge ändern sich nie, deshalb bewirteten uns die beiden vorbildlich und bei noch mehr Rotwein, Grappa und alten Geschichten steuerte der Abend seinem Ende zu. Schön war es!
Wie immer war die Nacht recht kurz. Hatte es am Vorabend noch reichlich geregnet, fiel sofort der trockene Asphalt beim Gang zur Morgenhygiene auf. Mir war es nur recht.
Mit der Sprache unserer Jugend bereiten wir uns nach erfolgtem Frühstück ganz "chillig" auf die erste Dauerprüfung vor. Da Klasse 1 erst um 10.40 Uhr dran war, gab es keinen Grund zur Hektik, Eile und Fußpilz. Ich selbst war schon wieder ein wenig aufgeregt, dem wirkte Cafe jedoch mit einfachen und für mich verständlichen Weisheiten entgegen.
10.35 Uhr: Tank gut gefüllt, Reifentemperatur ok, Buchse voll, es kann losgehen.


"Hmmmm.....irgendwie werden moderne Superbikes auch immer kleiner!?"
Wie waren nun die ersten Meter mit der Duc auf der Rennstrecke?
Fühlte sich alles sehr vertraut an, sehr gemütlich und vorallem sehr Kräfte schonend.
Subjektiv hatte ich nicht den Eindruck einer so langen Rennstreckenpause. Schwer beeindruckt war ich vom superben Vorderradgefühl ab dem ersten Meter. Auch das nachträglich verbaute Öhlins TTX-Federbein sorgte für eine glasklare Rückmeldung der Hinterhand. Mit reichlich Spaß auf den ersten Metern verging die erste Dauerprüfung sehr schnell. Im Fahrerlager werteten Cafe und ich die Eindrücke aus und befanden das Erfahrene für ganz brauchbar. In der 2. Dauerprüfung sollte sich vom Eindruck nix mehr ändern, einzig die Außentemperaturen stiegen in den zweistelligen Bereich, so dass schon kräftiger am Kabel gezogen werden konnte.
Von da an widmeten wir uns mit aller Kraft dem 1. Sprintrennen. War ich am morgen vor der ersten Dauerprüfung noch leicht aufgeregt, stieg die Anspannung fast schon wieder auf ein unerträgliches Maß.
Startplatz 8 und richtig schnelle Jungs hinter mir, ließen den Puls obendrein ansteigen. Dennoch versuchte ich das ganze Prozedere mit Einführungsrunde, Einnehmen der Startposition, der Warm-up-lap und dem Start weitestgehend zu genießen. Ein Genuss war der Start jedoch nicht, weil den habe ich, einfach formuliert, verkackt. Nach den ersten Kurven fand ich mich auf Platz 14 wieder. Ganz so bescheiden wollte ich das erste Rennen der Saison nicht abschließen und konnte mich bis zum Rennabbruch (bedingt durch Sturz zweier Mitstreiter) auf Platz 12 vorkämpfen. Auch eine für später sehr interessante Erkenntnis brachte das erste Rennen zu Tage: Ich wusste wer nun mein Hauptgegner für den 2. Sprint ist. Da war diese rot/schwarze aprilia RSV4, das Motorrad meiner Träume, welche mich schon im ersten Lauf reichlich ärgerte, ausgerechnet eine aprilia! Dieses Motorrad und seinen Reiter galt es im 2. Rennen zu schlagen. Und so kam es zum Showdown. Im 2. Rennen standen wir nebeneinander in der Startreihe. Zuvor, Sportsmann wie ich bin, erklärte ich dem Reiter der aprilia die Funktion seiner Launchcontroll. Großer Fehler von mir! Schon am Start war die aprilia und ihr Reiter (Jörg) nicht zu knacken. Wie ich diese aprilias hasse... :-)
Aber seht selbst, dies und noch viel mehr kann dem folgenden Video entnommen werden:

hier geht´s zum Film --> Ducati 1199 vs. aprilia RSV4

Auch wenn nur Platz 10 am Ende raussprang und ich mich Jörg und seiner aprilia geschlagen geben musste, hatte ich wirklich reichlich Spaß und viele neue Erkenntnisse über das neue Sportgerät. An dieser Stelle darf auch nicht unerwähnt bleiben, dass Jörg ein sehr sympathischer Kerl ist und es definitiv zur Neuauflage unseres Zweikampfes kommen wird. Aber dann bitte mit umgekehrter Reihung... ;-)

Was mir noch abschließend auf der Seele brennt, weil es mir gerade einfällt:
Welches ist nun das beste Superbike auf dem Markt?
Bin ich doch nun in der Lage ein recht aussagekräftiges Urteil abzugeben. Die Antwort ist recht einfach!
Es ist das Bike, mit dem man Spaß hat, sich identifizieren kann und immer wieder Freude hat, wenn  man den Lichtschalter in der Garage anknipst und das eigene Rennmopped dasteht und einem ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Das gilt natürlich gleichermaßen auch für die Motorräder aus Fernost.
Was will ich damit sagen? Spaß machen sie alle, und einen entscheidenden Unterschied konnte ich nicht "erfahren". Also, freut Euch an der Vielfalt!

Back to topic:
Leider mussten Cafe und ich feststellen, dass die Zeit doch wieder viel zu schnell verging. Dennoch, wir haben die kurze Zeit an der Rennstrecke sehr genossen und für die kommenden Herausforderungen des Alltags wieder reichlich Kraft getankt.
Gemütlich und eingespielt wurden nach der Siegerehrung (auch wenn es nix für mich gab) unsere 7-Sachen verpackt und die Heimreise angetreten. Und als ob die Eifel uns für ein nächstes Happening hätte einladen wollen, kam die Sonne raus und machte die letzten 36 Stunden zu einem perfekten Ereignis.


Ach ja, danke Cafe, DU bist der Beste!

Pläne fürs nächste Rennen gibt es schon, verifiziert ist davon noch kein einziger Termin, aber wir bleiben am Ball, um in absehbarer Zeit die Geschichte von Francesca und mir fortzuschreiben.
Deshalb, hier wird es definitiv wieder mehr zu lesen geben, freue ich mich auch weiterhin über Euer Feedback!


Stay tuned...