Freitag, 10. Mai 2013

Von der großen Liebe zum Feind Nr.1!

Am 01.05.2013 sollte er also sein, der Saisonauftakt 2013! War es in den letzten Wochen und Monaten auf diesem Kanal doch sehr ruhig, so wurde hinter verschlossenen Türen am Auftakt für die Saison 2013 geplant und getüftelt. Letztes Jahr noch verhindert durch die Geburt der weltschönsten Töchter, ging es dieses Jahr zum 3. und 4. Lauf zur Deutschen Seriensportmeisterschaft auf den Nürburgring. Der Plan für 2013 war allerdings nicht viel besser. Kein Training und ein krachneues Motorrad machten das Vorhaben zu einer kleinen Herausforderung. Erst 1 Tag vor dem Rennen wurden die nötigen Einfahrkilometer abgespult und das neue Renneisen entsprechend für die Rennstrecke präpariert. Ach ja, da war ja noch was. Für den aufmerksamen Leser ist die Geschichte bis hierhin nicht wirklich schlüssig. Um das Spannungsmoment gering zu halten, Betti ist nun in anderen Händen. Mal wieder hat uns ein zu gutes Angebot erreicht und Betti trägt seit November 2012 die Staatsbürgerschaft Österreichs. Geographisch gesehen ist Österreich für uns Deutsche ein Transitland um nach Italien zu gelangen. Und was gibt es da? Na klar, italienische Motorräder!!! Und eines davon wird in 2013 (und hoffentlich dieses mal auch wirklich länger) mit mir auf die Jagd nach der schnellen Runde gehen. Darf ich vorstellen, Francesca (Ducati 1199):


Ob damit an die "Erfolge" von 2012 angeknüpft werden kann, muss sich erst noch zeigen. Sicher ist auf jeden Fall, dass mit Francesca wieder ein Motorrad fürs Herz in der Garage steht.
Zurück zum Event:
Leider können meine Mädels mich noch nicht zur Rennstrecke begleiten und so war es wie immer die treue Seele Cafe, welche verhindern wollte, dass ich mich allein zur Rennstrecke begebe. Überzeugungsarbeit war wie immer nicht nötig, das Gegenteil war der Fall. Die wie oben beschriebene Punktlandung sah dann so aus. Dienstags morgens zu Ralf, 1000er Inspektion gemacht, Rennreifen aufgezogen, Sicherungsdraht hier und da und schon wurde das Mopped wieder eingeladen und die Reise gen Nürburgring angetreten. Auf dem Weg dorthin sammelte ich noch Cafe ein, und wir beide freuten uns darauf endlich wieder Rennstreckenluft einzuatmen und den langen kalten und rennstreckenfreien Winter hinter uns zu lassen. Angekommen am Nürburgring erinnerten uns die Wetterverhältnisse doch sehr stark an den Winter. Regen, Wind und Temperaturen im einstelligen Bereich sagten uns Hallo. Egal, wer auf den Nürburgring fährt, muss sich auf alles einstellen...
Dass Cafe und ich uns sehr ähnlich sind, zeigte sich beim schnellen und reibungslosen Aufbau unseres Quartiers und den weiteren Maßnahmen für den Folgetag. Geräuschloses Arbeiten war angesagt. Dokumenten- und technische Abnahme waren auch schnell gemeistert, sogar der technische Kommissar merkte an, dass an der 1199 alles Serie und komplett neu ist.

Die letzten Handgriffe bevor es zur technischen Abnahme ging.
Alles vorbereitet...  ...ab zum gemütlichen Teil des Abends!
Konnten wir uns nun den Momenten der Ruhe und Entspannung widmen. Als wir es uns im Wohnwagen häuslich machten, zauberte Cafe ne Pulle Rotwein aus seinem Rucksack und der Abend war gerettet.
Da lacht der Cafe... 
... und der Genosse hatte für den Rest des Abends nix mehr zu lachen!
Hinsichtlich seiner kulinarischen Betreuung hatte ich zunächst meine Zweifel, als Cafe mit funkelnden Augen und einer aus dem Mund hängenden Zunge die Veggie-Burger auf dem Grill zubereitete. Ja fast schon bewusstseinserweiternd war dann das Einnehmen dessen was aussah wie Fleisch und tatsächlich auch schmeckte wie Fleisch. Und gesünder war es auch, daran habe ich keine Zweifel.
Wie es auch Ernährungsexperten empfehlen, schlenderten wir zur Verdauung durchs Fahrerlager. Und was durften unsere vom Rotwein in Mitleidenschaft gezogenen Augen sehen, auch das Team Rollator Racing war zu unserer Überraschung und großen Freude anwesend. Rund 18 Monate ist es her, als wir Klaus (der Johannes Heesters des Seriensports) und Margit das letzte mal in Hockenheim gesehen haben.

Die zwei muss man einfach gerne haben!
Die Begrüßung fiel demnach mehr als herzlich aus. Natürlich halfen wir dem alten Mann beim Ausladen seines Equipments und beschlossen den Rest des Abends in dem noch viel gemütlicheren Wohnwagen von Klaus und Margit zu verbringen. Manche Dinge ändern sich nie, deshalb bewirteten uns die beiden vorbildlich und bei noch mehr Rotwein, Grappa und alten Geschichten steuerte der Abend seinem Ende zu. Schön war es!
Wie immer war die Nacht recht kurz. Hatte es am Vorabend noch reichlich geregnet, fiel sofort der trockene Asphalt beim Gang zur Morgenhygiene auf. Mir war es nur recht.
Mit der Sprache unserer Jugend bereiten wir uns nach erfolgtem Frühstück ganz "chillig" auf die erste Dauerprüfung vor. Da Klasse 1 erst um 10.40 Uhr dran war, gab es keinen Grund zur Hektik, Eile und Fußpilz. Ich selbst war schon wieder ein wenig aufgeregt, dem wirkte Cafe jedoch mit einfachen und für mich verständlichen Weisheiten entgegen.
10.35 Uhr: Tank gut gefüllt, Reifentemperatur ok, Buchse voll, es kann losgehen.


"Hmmmm.....irgendwie werden moderne Superbikes auch immer kleiner!?"
Wie waren nun die ersten Meter mit der Duc auf der Rennstrecke?
Fühlte sich alles sehr vertraut an, sehr gemütlich und vorallem sehr Kräfte schonend.
Subjektiv hatte ich nicht den Eindruck einer so langen Rennstreckenpause. Schwer beeindruckt war ich vom superben Vorderradgefühl ab dem ersten Meter. Auch das nachträglich verbaute Öhlins TTX-Federbein sorgte für eine glasklare Rückmeldung der Hinterhand. Mit reichlich Spaß auf den ersten Metern verging die erste Dauerprüfung sehr schnell. Im Fahrerlager werteten Cafe und ich die Eindrücke aus und befanden das Erfahrene für ganz brauchbar. In der 2. Dauerprüfung sollte sich vom Eindruck nix mehr ändern, einzig die Außentemperaturen stiegen in den zweistelligen Bereich, so dass schon kräftiger am Kabel gezogen werden konnte.
Von da an widmeten wir uns mit aller Kraft dem 1. Sprintrennen. War ich am morgen vor der ersten Dauerprüfung noch leicht aufgeregt, stieg die Anspannung fast schon wieder auf ein unerträgliches Maß.
Startplatz 8 und richtig schnelle Jungs hinter mir, ließen den Puls obendrein ansteigen. Dennoch versuchte ich das ganze Prozedere mit Einführungsrunde, Einnehmen der Startposition, der Warm-up-lap und dem Start weitestgehend zu genießen. Ein Genuss war der Start jedoch nicht, weil den habe ich, einfach formuliert, verkackt. Nach den ersten Kurven fand ich mich auf Platz 14 wieder. Ganz so bescheiden wollte ich das erste Rennen der Saison nicht abschließen und konnte mich bis zum Rennabbruch (bedingt durch Sturz zweier Mitstreiter) auf Platz 12 vorkämpfen. Auch eine für später sehr interessante Erkenntnis brachte das erste Rennen zu Tage: Ich wusste wer nun mein Hauptgegner für den 2. Sprint ist. Da war diese rot/schwarze aprilia RSV4, das Motorrad meiner Träume, welche mich schon im ersten Lauf reichlich ärgerte, ausgerechnet eine aprilia! Dieses Motorrad und seinen Reiter galt es im 2. Rennen zu schlagen. Und so kam es zum Showdown. Im 2. Rennen standen wir nebeneinander in der Startreihe. Zuvor, Sportsmann wie ich bin, erklärte ich dem Reiter der aprilia die Funktion seiner Launchcontroll. Großer Fehler von mir! Schon am Start war die aprilia und ihr Reiter (Jörg) nicht zu knacken. Wie ich diese aprilias hasse... :-)
Aber seht selbst, dies und noch viel mehr kann dem folgenden Video entnommen werden:

hier geht´s zum Film --> Ducati 1199 vs. aprilia RSV4

Auch wenn nur Platz 10 am Ende raussprang und ich mich Jörg und seiner aprilia geschlagen geben musste, hatte ich wirklich reichlich Spaß und viele neue Erkenntnisse über das neue Sportgerät. An dieser Stelle darf auch nicht unerwähnt bleiben, dass Jörg ein sehr sympathischer Kerl ist und es definitiv zur Neuauflage unseres Zweikampfes kommen wird. Aber dann bitte mit umgekehrter Reihung... ;-)

Was mir noch abschließend auf der Seele brennt, weil es mir gerade einfällt:
Welches ist nun das beste Superbike auf dem Markt?
Bin ich doch nun in der Lage ein recht aussagekräftiges Urteil abzugeben. Die Antwort ist recht einfach!
Es ist das Bike, mit dem man Spaß hat, sich identifizieren kann und immer wieder Freude hat, wenn  man den Lichtschalter in der Garage anknipst und das eigene Rennmopped dasteht und einem ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Das gilt natürlich gleichermaßen auch für die Motorräder aus Fernost.
Was will ich damit sagen? Spaß machen sie alle, und einen entscheidenden Unterschied konnte ich nicht "erfahren". Also, freut Euch an der Vielfalt!

Back to topic:
Leider mussten Cafe und ich feststellen, dass die Zeit doch wieder viel zu schnell verging. Dennoch, wir haben die kurze Zeit an der Rennstrecke sehr genossen und für die kommenden Herausforderungen des Alltags wieder reichlich Kraft getankt.
Gemütlich und eingespielt wurden nach der Siegerehrung (auch wenn es nix für mich gab) unsere 7-Sachen verpackt und die Heimreise angetreten. Und als ob die Eifel uns für ein nächstes Happening hätte einladen wollen, kam die Sonne raus und machte die letzten 36 Stunden zu einem perfekten Ereignis.


Ach ja, danke Cafe, DU bist der Beste!

Pläne fürs nächste Rennen gibt es schon, verifiziert ist davon noch kein einziger Termin, aber wir bleiben am Ball, um in absehbarer Zeit die Geschichte von Francesca und mir fortzuschreiben.
Deshalb, hier wird es definitiv wieder mehr zu lesen geben, freue ich mich auch weiterhin über Euer Feedback!


Stay tuned...