Montag, 9. September 2013

Final countdown!

Vor nicht all zu langer Zeit angekündigt, werden zum Ende dieser Saison meine Motorsportaktivitäten auf unbestimmte Zeit erstmal ruhen. Da aber das Ende dieser Saison noch nicht erreicht ist, gibt es erstmal wieder ein paar Zeilen zum Schreiben.
So kam es, dass Mitti, Jörg und ich am 26.07.2013 am 6h-Rennen des Deutschen Langstrecken Cup´s teilnahmen. Wettertechnisch zeichnete sich schon in den Tagen zuvor insbsondere für diesen Samstag eine unwahrscheinliche Hitze ab. Warum auch nicht mal was Neues ausprobieren. Schließlich haben wir diese Bedingungen noch nicht sehr häufig am Nürburgring angetroffen.
Im Zuge der Vorbereitungen hätte ich inzwischen den Spitznamen "Mister-last-minute" verdient, zumal erst am Tag der Anreise die neue Rennverkleidung angebracht und 2 Satz Reifen aufgezogen wurden. Alleine hätte ich das mal wieder nicht geschafft. Aber mit der Hilfe von Kai und Dirk von Moto Mittrach konnte ich rechtzeitig die Heimat gen Nürburgring verlassen und den Platz in und außerhalb der Box am Nürburgring sichern. Dort am späten Nachmittag angekommen, war auch schon Jörg da. Dieser drehte schon fleißig Trainingsrunden und dementsprechend war seine Vorfreude aufs bevorstehende Langstreckenrennen ebenfalls rießig. In aller Ruhe wurde dann alles aus dem inzwischen zum Transportanhänger mutierten Wohnwagen ausgeräumt und sorgfältig an seinen vorgesehenen Platz gebracht. Mit dem letzten Büchsenlicht kamen dann auch die Mittis ins sehr gut gefüllte Fahrerlager und machten es sich schnell gemütlich. Mit dem Wissen des zu Erwartenden des Folgetages ging es dann nicht zu spät ins Bett. Schließlich wollten wir ja fit und gerüstet sein für Kurs, Gegner und Wetter.
Francesca und ich, das hat Potential!
Samstag morgen, entspanntes Kurvensurfen! 
Rückblickend musste man kein Prophet sein, um zu wissen, dass es in diesem Rennen sehr schwer für uns sein würde in die vorderen Reihen zu fahren. Dennoch, hoch motiviert war es unser erklärtes Ziel zumindest in die Top 20 zu fahren. Auch wenn es insbesondere die heftige Sonneneinstrahlung nicht einfacher machte, wurde Gas gegeben bis zum Umfallen (sprichwörtlich).
Kein schöner Anblick!
Durch einen Boxenstopp zu wenig war es am Ende des Tages leider nur Platz 18. Bis zu Platz 8 waren wir noch in einer Runde, und deshalb die Zeitstrafe umso ärgerlicher. Deshalb mein Rat an Alle: Lest die Rennbestimmungen, das spart große Enttäuschung! Nachdem sich unmittelbar an das Rennende der erste Frust gelegt hatte,waren in den eigenen Reihen wieder zufriedene Gesichter zu sehen. Schon allein deshalb weil wir nicht unsere Sachen packen mussten sondern am Folgetag im Zuge des Seriensports weiter heizen durften. Bevor es aber so weit war, zelebrierten wir feinstes Fahrerlagerleben mit kühlen Getränken, Grillgut und reichlich Benzingesprächen. Bis... ja bis wie aus dem Nichts ein Stürmchen in der nacht das Fahrerlager verwüstete. Dabei traf es die Sportskameraden des GSX-R Cup am meisten. Da ging reichlich Geld über die Wupper!
Und da nach der Nacht der Tag kam konnte am Sonntag jeder von uns beweisen was er so alleine im Sattel drauf hat. War die erste Dauerprüfung noch im Trockenen so musste in der zweiten DP bedingt durch Wasser von oben mit Regenreifen bestritten werden.
Die geforderten Rundenzahlen absolvierten Ralf, Jörg und ich ohne Probleme und im Zuge eines engen Zeitplans fanden wir drei uns ziemlich zügig wieder in der Startaufstellung. Ziel: Sitzen bleiben und Francesca heile lassen.
Warum auch immer, aber Fahren im Regen wird immer mehr zu meiner Paradedisziplin. Von dem zuvor genannten Ziel wusste ich mit dem Rennbeginn nichts mehr. Aus den Turbulenzen des Starts habe ich mich noch artig raus gehalten, allerdings war ab Runde 2 Ralf vor mir. Was dann folgte, werde ich neben vielen anderen Motorsportgeschichten wahrscheinlich meinen Enkeln erzählen. Ganze zwei Runden habe ich Ralf vor mir studiert bis ich zum ersten erfolgreichen Überholmanöver ansetzte. Der Gegenangriff ließ (so war es auch zu erwarten) nicht lange auf sich warten. Danach konnte Ralf sich nicht wirklich von mir absetzen, so dass weiter studifiziert wurde. Dabei kam zum Vorschein, auf der Bremse bin ich ein Tier! Ok, in Runde sechs oder sieben nach Schumacher-S sah ich wieder meine Chance und bremste mich erneut an Ralf vorbei. Innerlich war in meinem Schädel Fasching. Jetzt galt es die Ruhe zu bewahren und einen erneuten Überholversuch zu vereiteln. Das gelang mir auch eine Runde lang, aber mit dem Gedanken vor Ralf ins Ziel zu kommen, konnte ich mich scheinbar nicht anfreunden. Es schlichen sich die ersten Fehler ein und es passierte was passieren musste. Kein Sturz, aber fast! Zunehmend mehr Rutscher am Hinterrad und immer mehr Fahrfehler zwangen mich dazu Ralf letztmalig an mir vorbei zu lassen. Am Ende trennten uns zwei Sekunden und Platz sechs war auf der Habenseite zu verbuchen. Damit konnte ich zu diesem Zeitpunkt gut leben. Mit Stand heute fuchst mich dieser Umstand natürlich, wäre doch deutlich mehr drin gewesen. Anyway, die Chance zur Wachablösung kommt wieder. Nur nicht an diesem Tag. Das 2. Rennen fiel bedingt durch eine Ölspur auf der Strecke leider aus. Mit dem Coitus interruptus auf Motorsport-Art traten wir die Heimreise an. Mit im Gepäck war das Gefühl, dass der Zeitpunkt für die Motorsportpause irgendwie, wie sage ich es am besten, SCHEIßE ist. Da geht was, das hat Luft nach oben! Egal, der Entschluss steht, das wird durchgezogen.
Wann auch immer das Comeback sein wird, es bleibt die Hoffnung, dass meine treuen Begleiter Andi und Cafe wieder mit von der Partie sein werden. Die zwei ergänzen sich so hervorragend, ich wüsste schon gar nicht mehr wie es ohne die beiden an der Rennstrecke laufen soll.

Das war aber noch nicht alles, ein Termin steht noch aus:

Keine 2 Wochen später schaffte es das Team mal wieder nahezu vollständig an einem Renntraining teilzunehmen. Dijon war das Ziel unserer Reise. Die Rennstrecke von Dijon, so viel schonmal vorab, ist definitiv eine Reise wert. 3 Tage Renntraining, ohne Rennstress, das grenzte schon fast an Urlaub. Auch das Wetter war urlaubsverdächtig. Nun will ich gar nicht lange vom im Kreisfahren schreiben. Vielmehr konzentriere auf die schönste Erscheinung dieses Renntrainings. Cafe, der alte Mann, hat es tatsächlich geschafft sich selbst und seine 998 in einen fahrbereiten Zustand zu bringen. Und was soll ich schreiben, der alte Mann kann es noch und hat nix verlernt. Auch seine astrein aufgebaute 998 lief ohne Probleme und völlig zuverlässig. Als Höhepunkt gönnten Cafe und ich uns eine Reise mit unseren Zeitmaschinen. Er auf der 1199 und ich auf seiner 998. Bewusstseinserweiternd, anders ist das Fahren auf einer 998 nicht zu beschreiben. Von der sache fühlte es sich an wie meine MV Agusta F4, nur mit 2 Zylindern halt. Mir hat es auf jeden Fall reichlich Spaß bereitet, so dass ich kurz davor war die 1199 bei ihm in Zahlung zu geben. ;-)
Mit einer 1:27er Zeit im Gepäck und vorallem sturzfrei ging es wieder zurück nach Deutschland, um so langsam auf die Zielgeraden meiner Motorsportaktivitäten einzubiegen.
Der Beweis: Die 998 lebt, und wie!
Das vorläufige Ende ist also nahe. Ein Grund mehr das letzte Rennen vor der Pause am 29.09.13 beim 6h-Rennen auf dem Nürburgring zu genießen. Geht es nach mir, wird es eine rießige Party.
Das Setup hierzu stimmt auch. Andi hat seine Hilfe angekündigt, Cafe stellt sich im hohen Alter einer Rennbelastung und mit Kim ist ein junges, 24-jähriges Nachwuchstalent, gefunden. So schlecht ist unsere Jugend definitiv nicht. An den Start gehen wir mit dem Namen: Das Ducati-Generationen Team #152
Über jeden der uns besucht, freue ich mich wahnsinnig. Interessante und im wesentlichen verrückte Menschen habe ich in den letzten 4 Jahren an der Rennstrecke kennengelernt. All diese Menschen wieder zu sehen, wäre ein super Abschluss!

Just a few days...
Gehen wir es also an!



Ach ja, für den 29.09.13 wünsche ich mir Regen...