Dienstag, 15. Oktober 2013

Project 696...

... is coming soon!


So stay tuned!


Samstag, 5. Oktober 2013

Aus die Maus!

Das war es also,
mein persönliches Saisonfinale 2013.
Um vorweg die Spannung rauszunehmen, es lief nicht gut.
Und deutlich formuliert: Es war eines der unschöneren Motorsportwochenenden mit Höhen und Tiefen, wobei letztere deutlich ausgeprägter waren.
Freudig kann trotzdem verkündet werden, es zog sich niemand ernsthafte Verletzungen zu. Das war die gute Nachricht.
Was war also passiert:
Kim (ja. mal wieder ein neuer Fahrer und nein die Rennstrecke ist kein Swingerclub bei dem jeder mal mit jedem fährt), Cafe (vom Team RR =RentnerRacing) und ich zogen zum letzten Lauf des Reinoldus Langstreckencups 2013 in den Eifel-Kühlschrank namentlich bekannt auch als Nürburgring. Anmeldung, Box-Beziehen, Aufbau und "frühzeitiges" Abendessen waren die üblichen Tätigkeitsfelder an diesem Abend. Ach, eines habe ich noch glatt vergessen: Das Warten auf Einlass in das Fahrerlager!
Offtopic:
Lieber DMC, Eure Veranstaltungen sind immer prima organisiert und ihr gebt Euch immer so große Mühe (Getränke und Essen am Haus D)
ABER das Warten auf die Dosentreiber nervt und vorallem ist es nicht wirklich familienfreundlich wenn man mal die Zwerge mitnehmen möchte. Deshalb gibt es von mir wie beim Perfekten Dinner nur die 8 von möglichen 10 Punkten.
Es war angerichtet

Der Morgen des Rennens kam nach einer langen Nacht und vielen Gesprächen im Wohnwagen schneller als in diesem Augenblick gewünscht. Da Cafe und Kim als erstes auf die Strecke sollten, ließ ich es deutlich ruhiger als sonst angehen.
Kim vor den ersten Nürburgring-Kilometern 
Da stand ich nun da und beobachtete Kim und Cafe bei ihren ersten Runden an diesem Morgen. Und nach 5-6 Runden fehlte ein Schäffchen der Herde. Und es dauerte und dauerte und Cafe vermochte einfach nicht die Start/Ziel-Linie überfahren. Stattdessen, listig wie er ist, betrat er samt Motorrad die Box durch das Hintertürchen. Und siehe da, er zauberte: Metalle und Kunststoffe in festem Agregatszustand wurden in neue Form gebracht. Leider muss an dieser Stelle hinzugefügt werden, war diese neue Form nicht für den zügigen Rennstreckengebrauch geeignet. Kurzum: Cafe und Mopped = Ausfall für den Rest des Tages.
Dass die Strecke zu dieser Zeit noch sehr kalt war, bestätigte dann auch Kim als er wieder in die Box über das richtige Tor rein kam.
Für psychische Aufbauarbeit für Cafe blieb leider nicht viel Zeit, denn ich sollte uns (damit waren nur noch Kim und ich gemeint) eine halbwegs vernünftige Startposition einfahren.
Kleiner kann ich nicht.
Schwerstens sensibilisiert durch Cafe rollte ich 2-3 Runden um den Kurs, um noch ein bisl zu warten bis es schlagartig wärmer. Die Idee war gut, wurde jedoch von Cafe und den Worten " Dein Kühler ist undicht" schlagartig unterbunden.
Von da an kam auch wieder mein treuer Begleiter Andi mit ins Spiel. Sowohl und Andi als auch Cafe teilten mir mit ihren Blicken mit, dass das Ende vom Anfang war. Never ever, nicht mit mir. Wenn ich eines von meiner Mutter insbesondere gelernt habe, dann ist es das Motto: Aufgeben ist keine Option!

Ganz viele Ideen gingen mir durch den Kopf, viele Ratschläge wurden eingeholt aber zu einer tragfähigen und schnellen Lösung wollten wir alle nicht kommen. Selbst mein Hilferuf bei Facebook brachte aus Häme und Spott für mein italienisches Sportgerät nichts ein. Wie ein hungriger Köder bin ich als in letzter Verzweiflung von Box zu Box geschlendert, um nach weiteren Panigale-Treibern Ausschau zu halten. Und siehe da, der Herrgott führte mich zum Team Frostbeulen Racing. Bekanntermaßen kostet fragen auch nichts und so wurde das schraubende Personal an der roten Panigale einfach mal angehauen. Zur Antwort wurde mir gegeben: "Austauschkühler? Nee, so etwas haben wir nicht. Sorry!" Ok, das war sie also die letzte Chance, drehte mich mit gesenktem Haupt um 180 Grad und ging geknickt von dannen. 20 Meter später packte mich eine Hand an der Schulter, korrigierte mich wieder um 180 Grad in die andere Richtung und der zur Hand gehörige Kopf sprach: "Austauschkühler haben wir keinen! Aber ein Austauschmotorrad! Wenn Du willst könnt Ihr Euch den Kühler ausbauen!" What??? Für diese Worte schließe ich das Team Frostbeulen Racing von nun an in mein Gute-Nacht-Gebet! Und genau deshalb hat meine Mutter recht, Aufgegeben wird erst ganz am Schluss. Völlig beflügelt rannte ich in unsere Box, rief Cafe und Andi nur kurz zu "Labern einstellen, jetzt wird geschraubt!" und verschwand wieder an der Rückseite der Box um 3 Minuten später mit einer Ersatz-Panigale und zum Entsetzen aller Betroffenen da zu stehen. "Fragt jetzt nicht woher ich das Mopped habe, tauscht einfach bitte nur die Kühler!" lauteten meine Worte an Andi und Cafe (den ich mit dieser ABM zunächst vom eigenen Schmerz und Kummer hinsichtlich seines Wissenschaftsversuches ablenkte).


Plötzlich sah ich uns wieder um Plätze kämpfen und die lange aber schöne Belastung eines Langstreckenrennens. Euphorisch wie ich war, versuchte ich alle im Team von dieser Welle tragen zu lassen und sprach mit Kim dem Startfahrer letzte Dinge ab. Währenddessen gaben sich Andi und Cafe größte Mühe Francesca schnellstmöglich wieder einsatzbereit zu machen.
Punkt 11.40 Uhr wurde das Rennen mit uns an Startposition 40 begonnen. Eine Runde später kam Kim schon auf Platz 30 liegend an der Boxenmauer vorbei. Bestens, so kann es weiter gehen. Als in Runde 2 das Feld wieder an Start/Ziel vorbei eilte, konnte eine graue Ducati 999 nicht aufgeklärt werden. Oh Oh, schon da sagte ich mir in Gedanken: " Würde ja zum bisherigen Tag passen!"
10 Minuten später hatten wir die Gewissheit, dass auch Kim seine Duc nachhaltig per Highsider kaltverformt hatte. Damit war alles Aus die Maus!

Das gesenkte Haupt! Kein Eintelfall an diesem Tag0
Ich entschied mich dann einfach zum Spaß (darf man ja auch auf der Rennstrecke haben) und dennoch völlig gefrustet noch zweimal rauszufahren.


Die letzten Rennstreckenmeter des Jahres 2013 wurden auch gefilmt: --> Film

Frühzeitig wurde alles verpackt, davor wieder der geliehene Kühler aus- und wieder eingebaut, und dann zeitnah die Heimreise angetreten.
Bei lauter Frustmusik im Auto hörend, wollte die Erkenntnis sich nicht ändern, dass ich mir meinen Saisonabschluss anders vorgestellt habe. Mit dem Wissen im Wohnwagen ein sturzfreies Mopped und einen unbeschädigten Körper gen Heimat bewegen zu können, stimmte mich zumindest für den Augenblick etwas milde. Natürlich wurmt es mich auch heute noch. Aber so ist es nunmal im Motorsport. Es ist wie im wahren Leben. Den Höhen und Tiefen kann man wenn man es liebt und lebt sich nicht entziehen.

Abschließend noch ein paar schöne Impressionen von diesem Tag:

 
 

Das war sie also, die Motorsportsaison 2013!
Kurz, intensiv, erkenntisreich und vorallem vorüber.
Mit Francesca war ich sehr zufrieden, so dass auch sie weiterhin meine Garage zieren wird.
In der bevorstehenden und in der Dauer nicht absehbaren Pause wird sie noch stärker und wettbewerbsfähiger gemacht.

Da momentan die Überlegungen in alle Richtungen gehen, wird es hier vorerst keine News, Updates oder sonstige Geschichten von der Rennstrecke geben.
Gleichermaßen spare ich mir sentimentales Gerede und danke all denen, denen ich zu danken habe.
Das wissen die Helfer und Unterstützer selbst am besten.

Also, nicht traurig sein!

Beste Grüße an Euch alle und verbleibe gleichzeitig mit den Lieblingsworten von

Pink Panther:

Es wird weiter gehen,
denn heute ist nicht das Ende aller Tage,
ich komme wieder,
keine Frage!