Mittwoch, 24. Juni 2015

5 Jahre und trotzdem nicht fehlerfrei

Fast auf den Tag war es soweit. Letzten Sonntag konnte ich im Rahmen des 2. Cup-Laufes 5-jähriges RLC-Jubiläum feiern. Insgesamt 15 Langstreckenrennen bis dato in denen schon Einiges erlebt wurde und auch einige Fehler, die in diesen Rennen gemacht wurden. Sei es fahrerischer oder auch organisatorischer Natur, da war schon fast alles dabei. Mit zunehmender Erfahrung sollte man also meinen, dass die Zahl der Fehler rückläufig sein sollte. Zwar ist das im Großen und Ganzen in den letzten Rennen auch der Fall gewesen, aber die Zahl auf null zu reduzieren, klappt noch immer nicht, wie sich am letzten Sonntag zeigen sollte.
Die Wechsel waren fehlerfrei!
Was war also passiert?
Zum sportlichen sei vorab schon mal gesagt, dass es trotz einiger "Böcke" doch ganz gut ausging und am Ende mit dem 9.Platz in der Gesamtwertung und dem 7.Platz in Klasse 1 recht versöhnlich war.
Aber, es hätte auch besser sein können. Nun bin ich nicht der Mensch der sich gerne und lange im "hätte, wenn und aber" aufhält. Die Art der Fehler und die Heftigkeit wurmen mich jedoch auch heute noch, haben diese nun mal ein sehr gutes Team-Ergebnis vereitelt.

Deshalb an dieser Stelle mal eine kurze Chronologie der Missgeschicke zum NICHT Nachahmen:

Wie bereits bewährt, wurde Käthe Tage zuvor von Cafe auf das bevorstehende Rennen vorbereitet. Bei all den Arbeiten waren neben Ölwechsel auch Dinge wie das Wechseln der Schaltfeder oder auch das Verbauen der Schwingenlager getätigt worden. Im Zuge dessen wurde festgestellt, dass ich schon fast ein Jahr mit einer für mein Körpergewicht viel zu weichen Feder im Federbein rumfahre. Das sollte sich ändern. Zusätzlich hatte ich das Angebot, noch am Vorabend des Rennens von einem Rennkollegen die Heckhöhe richtig einstellen zu lassen. Das geht aber nur mit einem dafür einstellbaren Federbein. Ich hatte bis zu diesem Zeitpunkt noch keins. Da Teamkollege Jürgen noch ein feines TTX-Federbein mit passender Feder über hatte, wurde der Plan geschmiedet dieses bei meiner BMW zu verbauen. Bedingt durch die Kurzfristigkeit und den Streik der Post entschieden wir uns gegen den Versand. Also musste auch noch nach der technischen Abnahme am Vorabend des Rennens verbaut werden. Gesagt getan, könnte man meinen. So ein Wechsel braucht aber Zeit, und das darauffolgende Einstellen der Heckhöhe braucht noch mehr Zeit. Das geht aber auch nur dann, wenn keine Hülse für den Zentralmontageständer im Rahmen steckt. Beschleunigend ist es auch nicht, wenn das zum Entfernen dieser Hülse erforderliche Werkzeug zuhause liegt, und nur durch Abklappern der Boxen wie ein Staubsaugervertreter aufgefunden werden kann. Ganz spät an diesem Abend konnte dann auch das erledigt werden. In der Hoffnung all diese Dinge viel früher erledigt zu haben, mussten wir feststellen, dass auch noch Kleinigkeiten wie Wechseln der Reifen und Bremsbeläge neben dem Einrichten der Box für den Folgetag erfolgen mussten. Völlig übermüdet gingen gegen 2.15 Uhr in der Früh die Lichter in der Box und kurz danach im Wohnwagen aus.
Somit ging das ganze Team übermüdet ins Rennen. Das war ein Fehler! So einen Eingriff darf man nicht vor einem Rennen machen, schon gar nicht wenn nicht die Möglichkeit zum ausreichenden Trainieren besteht. Gut war nur, dass die Veränderung vom Fahren her nicht in die falsche Richtung ging.
Die normale Hektik an einem normalen Renntag
Im Rennen selbst ging ich vor dem Hintergrund der Teamstrategie recht spät bei trockener Fahrbahn ins Rennen. Mit einem neuen Helm!
Wie dämlich kann man denn sein, sich einen neuen Helm zu kaufen und nicht vorher mal zu testen hinsichtlich Beschlagsverhalten? Schon mit leichtem Nebel habe ich die Box verlassen, darauf vertrauend, dass es mit zunehmender Geschwindigkeit mehr im Aquarium zu sehen gibt. Drei Runden Blindflug waren mir dann zu viel des Guten und mit der Sicherheit für die anderen Teilnehmer irgendwann nicht mehr zu vereinbaren. Rein in die Box, Helm wechseln, weil immer noch schneller als der Alarmstart eines Teamkollegen. So ganz ohne Vorwarnung hätte der das nicht schneller aufs Motorrad geschafft.
Danach wurde es mit Pleiten, Pech & Pannen nicht besser, wenn auch der folgende Sachverhalt dann den X-Files und weniger der eigenen Dummheit zuzuordnen ist. Nach dem Helmwechsel verweigerte der Schaltautomat seinen hoheitlichen Dienst. Seltsam war, dass auch dann unter Nutzung der Kupplung es sich sehr schwer und nur mit viel Gewalt schalten ließ. Die Sorge ums Getriebe war so groß, dass dann in letzter Konsequenz erneut die Box angesteuert wurde. Über brauchbare Rundenzeiten muss wohl an dieser Stelle nicht geschrieben werden. Noch viel seltsamer war dann, dass beim Test in der Box sowohl Schaltautomat und Getriebe tadellos funktionierten, und das sogar für den Rest des Tages.
Dritte zweifelhafte Aktion war zu späterer Zeit im Renngeschehen ein erneutes Aufsuchen der Box.
Zwischenzeitlich kam der lang erwartete Regen. Micha war mit Slicks draußen und Jürgens Motorrad war gerade frisch ebenfalls mit Slicks bereift. Ergo wurde ziemlich zügig meine BMW mit Regenreifen bestückt. Somit sollte ich an diesem Tag auch noch mein persönliches Erfolgserlebnis erhalten. Leider wurde in der Hektik beim Einbau des Hinterrades eine Speiche des Sensorringes eingedrückt, mit dem Ergebnis dass unmittelbar nach der Boxenausfahrt ABS und TC mir nicht zur Verfügung standen. Was also machen? Weiterfahren und auf die im Regen nützlichen Assistenzsysteme verzichten oder Box ansteuern und Fehler innerhalb von einer Minute beheben lassen und dann sofort weiterfahren. Ich entschied mich für Letzteres. Heute beim Schreiben dieser Zeilen bin ich mir unverändert nicht sicher, ob es die richtige Entscheidung war. Zwar konnte ich uns in diesem Turn von 13 auf 8 fahren und viel verlorene Zeit wieder gutmachen, aber es bleiben einige Fragen offen. Hätte ich auch so den Kopf frei bekommen, ohne ABS und TC? Wäre ich ggf. gestürzt? Wo wären wir am Ende gestanden ohne diesen zusätzlichen Boxenstopp.
Es lässt sich also festhalten, dass nach fünf Jahren nicht nur unverändert Fehler gemacht werden sondern auch nicht 100%ige Handlungssicherheit besteht. Ist doch jedes Rennen anders und immer wieder aufs Neue herausfordernd.

Gerne hätte ich auf die Fehler verzichtet. Aber nun gilt es die positiven Dinge daraus zu ziehen.
Von großem Wert ist die Tatsache, dass selbst an einem persönlich schwachen Tag, das von einem starken Team (welches zahlenmäßig an diesem Tag nur in Notbesetzung angetreten war) aufgefangen und getragen wird. 696 mal Danke an das XERXES Racing Team (X.R.T.), Ihr seid die Besten!
Spaß hatten wir trotzdem
Und in der Summe der Fehler führt es dazu, dass man sich aufs nächste Rennen noch mehr als eh schon freut. Neues Rennen, neues Glück und neue Chance für die #169 wieder anzugreifen!

Am 02.08.2015 geht es weiter...


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